Schreng Schreng & La La


Ingo Appelt und die kleine Meerjungfrau
Januar 12, 2016, 16:33
Filed under: Tourtagebuch

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Freitag, 08.01.2016 – Plan B (Bielefeld)

Mit nur 35 Minuten Verspätung erreiche ich Bielefeld, aber trotz dieser wiedermal großartigen Leistung der Bahn während einer zwei Stunden langen Fahrt solch eine Verspätung rauszufahren, überwiegt die Vorfreude. Heute spielen wir nämlich mit dem Traum-Duo Dave & Mighty zusammen. Das sind immer tolle Abende, da die beiden Musiker tolle Menschen sind und zudem auch noch super Musik machen. Da darf man sich ja schon mal freuen, finde ich. Zumal die gesellschaftspolitischen Entwicklungen auf der Straße eher die Vermutung nahe legt, dass da draußen die weniger tollen Menschen in der Überzahl sind. Wir sollten wirklich ein bisschen aufpassen, dass die sogenannten „Wutbürger“ nicht zu stark werden. Der Weg zurück, dürfte sonst nämlich steinig und unangenehm werden.

Das Plan B, in dem wir heute auftreten werden, ist wahrscheinlich eine der schönsten Bars, in der wir jemals spielen durften. Tolle eingerahmte Bandplakate an der Wand, leckeres (vegetarisches) Essen aus der kleinen Küche und eine tolle Theken- bzw. Besitzer-Crew erleichtern uns den Einstieg in den Abend. Es wird gelacht, es wird getrunken und es werden alte Freunde begrüßt, was zu noch mehr Lachen und Trinken führt. Unser Auftritt ist grundsolide und macht Spaß. Jörkk verzweifelt am Kippschalter-Mikro während sein Anwalt mit zunehmender Spieldauer immer mehr mit seiner Motorik hadert. Uns ist es egal, wir haben einen super Abend, der später noch von Dave & Mighty getoppt wird, die Ihre Punkklassiker aus Lärmschutzgründen nicht im Eurodance-Kleid verpackt haben, sondern in lateinamerikanische Rhythmen. Super gut. Und während bei der Aftershow-Party gefühlt der ganze Saal tanzt, lachen und trinken wir an Theke noch das ein oder andere Kaltgetränk weg  #Echtholzstandby

Um 8 Uhr klingelt Jörkks Wecker. Wer Jörkk kennt, der weiß, dass der Gute eigentlich erstmal nicht wach wird. Daher sind seine Klingeltöne immer SEHR stressig (ich erinnere mich mit Grauen an einen Weckton, den er bei einer Cunstler-Probe aufgenommen hatte – ich hatte immer das Gefühl, ein Flugzeug startet neben dem Bett). Heute ist es das Krähen eines Hahns. In einer Lautstärke, mir bleibt fast das Herz stehen. 8 Uhr… wir haben doch noch zwei Stunden bis wir los müssen. Zum Glück schlafe ich, nachdem ich den Wecker ausgeschaltet habe, noch einmal ein.

Samstag, 09.01.2016 – Kohi (Karlsruhe)

Auf dem Weg von Bielefeld nach Karlsruhe machen wir halt in Düsseldorf. Der Versuch klar zu kommen scheitert, da wir das neue Album besprechen müssen. Hierzu gibt es dann später ein paar Zeilen. Nur so viel: Das Album heißt „Echtholzstandby“, erscheint auf Rookie Records und wird voraussichtlich Ende April veröffentlicht. Wir freuen uns schon sehr.

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Der Weg nach Karlsruhe verläuft super. Boardbistro, zwei (also vier) große Pils, in Mannheim umsteigen und schwupps holt uns unser alter Freund Fabian am Bahnhof ab. Den Rest des Abends in Worte zu fassen ist ehrlich gesagt etwas schwierig. Das Kohi, ein von der Stadt gefördertes Kulturzentrum, ist das krasse Gegenteil zur stylischen Kneipe des Vorabends, aber nicht weniger grandios und herzlich. Es gibt Kürbislasagne und Apfelkuchen zum Abendessen, leckere süddeutsche Biere und einen ziemlich guten Bühnensound (muss ja auch mal gesagt werden). Das Publikum ist perfekt. Ruhig während der Songs, kommunikativ während  der Pausen („Ey Jörkk, Du hast ja eine Frisur wie Ingo Appelt“) und gewillt, sich unseren Quatsch bis zum bitteren Ende (wir proben mal eben zwei neue Songs live auf der Bühne – früher mag man uns auch nicht von selbiger gehen lassen) anzuhören. So ein nettes Publikum belohnen wir natürlich gerne mit einem gefühlt perfekten Auftritt. Ganz ehrlich, für diese Momente liebe ich es, in einer Band zu spielen. Gegen drei Uhr geht es dann Richtung Schlafplatz, wo wir uns noch bis 5 Uhr mit Fabian festquatschen.

Um 8 Uhr klingelt Jörkks Wecker und wer Jörkk kennt, der weiß, dass der Gute eigentlich erstmal nicht wach wird. Diesmal war er nicht nur so schlau, selbigen wieder nicht auszuschalten, nein, er versteckt das Handy so tief in seinem Rucksack, dass ich trotz eines nahenden Herzinfarkt kurz davor bin, ihm mit dem nackten Hintern ins Gesicht zu springen, während ich krampfhaft mit meiner Handytaschenlampe den Reißverschluss seiner Tasche suche. 8 Uhr… wir haben noch zweieinhalb Stunden Zeit, bis der Zug zurück nach Düsseldorf fährt. Bin ich froh, dass wir nie länger als zwei Tage gemeinsam unterwegs sind.

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