Schreng Schreng & La La


„Echtholzstandby“ oder Das Leben ist gut!
August 25, 2015, 15:08
Filed under: Tourtagebuch

Brandtson Holzerath  Drei Konzerte und einen Job als DJ-Team innerhalb von 28 Stunden. Das kann man mal machen. Ehrlich gesagt aber auch nicht jedes Wochenende, schließlich ist heute Dienstag und wir sind beide noch immer ziemlich im Eimer.

Jörkk und ich treffen uns am Freitagabend um 17 Uhr im IC nach Koblenz. Super Plätze, kaltes Bier, das Leben ist gut. Der Zug pünktlich und auch der Anschluss in Koblenz wird easy erreicht. Er raucht, ich kaufe Nachschub-Bier, das Leben ist gut. Und auch die Taxifahrt (im mindgrünen Kleinbus) nach Holzerath verläuft Knaller. Vor Ort viele gute Menschen und sensationelle Spare-Ribs vom Grillstand. Über die leichten organisatorischen Unstimmigkeiten verliere ich hier kein Wort. An Tagen, an denen in S-Bahnen Kleinkinder von verblendeten Vollidioten volluriniert werden, habe ich eh keine Lust mich aufzuregen. Ich mag hier kein politisches Pamphlet runterschreiben (dafür war das Wochenende zu gut, und unsere Zielgruppe zu sehr in der Spur), aber ich bin tieftraurig, dass so etwas wieder passieren kann. Und ein freudiges „Refugees Welcome“ gekoppelt mit einem „Nazis raus“ hat noch niemandem geschadet. Mich kotzen diese Arschkrampen einfach nur noch an.

Zurück zur Musik. Etwas verspätet geht es also auf die Bühne, der Sound ist wieder einmal super (Danke, Winnie) und das Publikum im vorderen Bereich sehr nett. Wir haben Bock und hoffen, dass das auch rüberkommt. Danke. Danke auch für die netten Menschen, die uns nach dem Konzert umgehend in die Villa nach Trier gefahren haben. Dort war nämlich das DJ-Team Love a Schreng Schreng am Start. Dommes wie gewohnt stilsicher, der Anwalt gewohnt 1990er. Wenn selbst auf Eve 6 getanzt wird, kann man eigentlich nichts falsch machen. Mit etwas mehr Publikum wäre das sicherlich noch toller geworden.

Foto 2Samstag, aufstehen, klarkommen und auf zur Frittenbude. Heute spielen wir zum ersten Mal als Überraschungsgast auf einem Jungesellinnen-Abschied. Mike holt uns ab, um mit uns ins Saarland zu fahren. Doro, die Freundin von Mikes Frau heiratet in Kürze und rechnet stilsicher mit einem Stripper (zumindest hat man ihr das so erzählt). Schwupps Augenbinde runter und Jörkk steht vor Ihr. Angezogen. Enttäuschung macht sich breit… Die handgezählten sieben Frauen haben aber Bock auf Musik, wir eine Menge Spaß und eine knappe Stunde später sitzen wir schon wieder im Auto nach Trier mit Cremant und Bier.

Schließlich dürfen wir heute mal wieder im Miss Marples spielen. Da ist es zwar immer etwas unruhig, dafür aber IMMER ausnahmslos toll. Fassbier, Pizza, ein grandioser Bühnensound und ganz viele alte Bekannte, die solange neben einem sitzen bleiben, bis die Zapfanlage geputzt und der Kopf auf der Theke gelandet ist. „Echtholzstandby“ eben.

Foto 3Unser neues Album erscheint mit etwas Glück Ende Januar bei Rookie Records. Wir freuen uns wie verrückt. Jetzt müssen wir nur irgendwie noch acht Songs klauen. Oder schreiben. Das wird super… versprochen.

PS: Dass drei Konzerte und einmal Auflegen nicht genug sind, beweisen wir am Sonntag. Während Jörkk im Proberaum an seiner Zweitkarriere als Sänger dieser Love A arbeite, versucht der Anwalt die Spare-Ribs von den Hüften zu kriegen. 14 Kilometer joggen durch Oberbilk. Das Leben ist gut. Zumindest zu uns.

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Mit der Zahnbürste zum Pinkeln
August 5, 2015, 16:06
Filed under: Tourtagebuch

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Das Burg Herzberg Festival. International Hippie Convention. Freak Treffen. Oase. Auszeit für die Seele. Musik. Farben. Bier. Sonne…

… und ganz nebenbei auch noch ein Festengagement für die Trümmertruppe Schreng Schreng und La La samt Kopfnuss Verlag. Das ganze Wochenende in Worte zu fassen, fällt mir (uns) schwer. Zu viel LOVE, zu viel PEACE, aber vor allem wohl zu viel ALKOHOL, um sich an alles zu erinnern.

Ich komme eine halbe Stunde nach Beginn des Soundchecks an und bin selbstredend mega abgefuckt. Dank Verkehr, falsch eingestelltem Navi, keinem einzigen Bier für mich, da ich fahren muss und der Gewissheit, kein entspanntes „Hallöchen“ zelebrieren zu können, sondern geschwitzt, gehetzt und ohne mich ein wenig akklimatisieren zu können, auf die Bühne zu müssen.

Ich betrete das Lesezelt und sehe sofort meinen Anwalt aufbauender und soundcheckender-Weise auf der Bühne umherzappeln. Unsere Blicke treffen sich – und augenblicklich ist ALLES gut. Die „Vibes“ stimmen, wie wir Profis sagen. Die Strapazen der stressigen Anfahrt sind wie weggeblasen. Noch schnell Herrn Gräbeldinger und Frau Noormann geherzt – und schon bekomme ich selbst eine sehr herzige Begrüßung nebst eines kühlen Bieres von unserem, mittlerweile kann man das so sagen, alten Freund Julien. Nebenbei der beste Soundmann aller Zeiten – und der Schutzpatron des Lesezeltes, in dem Lasse und ich auch an diesem Freitag den Rausschmeißer – oder Headliner – ganz wie man möchte, geben werden.

Das Konzert ist super, weil die Leute super sind, wir super sind (räusper) und nicht zuletzt, weil wir umschnallbare Flügel tragen, um von unserer musikalischen Performance abzulenken. Läuft.

Den Rest des Abends schlendern wir über das Gelände, trinken 2.000 Biere und ein paar Cocktails, rauchen uns den Schiefer vom Kapellendach und lassen es uns inmitten der Hippies gut gehen. Was wirklich leicht ist, denn neben vielen, wirklich tollen DJs, die mit ihrem Krautrock und 1970er-Rock überzeugen, sind auch wieder einige, ansprechende Bands am Start. Brant Björk habe ich leider verpasst, denn der durfte schon Donnerstags rocken.

Da wir in diesem Jahr bereits Freitag das Lesezelt abreißen durften, kommen wir zu dem Genuss einen ganzen Tag ohne Konzert genießen zu können. Das heißt? Genau, morgens um 11 Uhr das erste Bier, kein Anwalt, der maßregelt, man müsse doch Abends noch ordentlich abliefern. Der Anwalt himself wartet derweil auf New Model Army und kommt nach deren Auftritt etwas abgefuckt zum Zeltplatz zurück. Abgeliefert haben die offensichtlich nicht.

Nach einer zweiten viel zu kurzen Nacht machen wir uns los zur Mental Stage. Unserer zweiten kleinen Heimat auf diesem fantastischen Festival. Stage-Time: 11:15 Uhr, was bedeutet, dass das erste Bier wieder zum Frühstück dazu gehört. Bemerkenswerte Randnotiz… Es soll tatsächlich Menschen geben, die sich morgens mit der Zahnbürste im Mund an diese neumodischen Piss-Rondelle stellen, um sich beim Pinkeln die Zähne zu putzen. Soviel Körperbeherrschung hat der Anwalt am frühen morgen noch nicht und ist auch ohne Zahnbürste im Mund kurz davor seinen Mageninhalt ins Rondell zu brechen.

Das Konzert auf der Mental-Stage ist mehr als lustig, auch wenn die Sonne blendet und wir beide uns auf der Bühne kaputt schwitzen. Kurz danach geht es schon nach Hause, schließlich wartet der 9 to 5 Job schon auf uns.

Der Berg war wieder ganz schön toll zu uns und wir haben schon den Termin für das kommende Jahr eingetragen. 28. – 31. Juli 2016… Noch 358 Tage!

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