Schreng Schreng & La La


Wir sind gegen Krefeld
August 4, 2014, 15:00
Filed under: Tourtagebuch

Plakat2014

Es kommt ja wirklich nicht oft vor, dass Jörkk und ich sprachlos sind. Aber die fünf Minuten nach unserem Konzert auf der Mental-Stage des Burg Herzberg-Festivals waren ein solcher Moment. Ein so tolles, aufmerksames und kommunikatives Publikum hatten wir selten. Ganz ehrlich, das sind die Glücksmomente, weswegen ich/wir Musik mache(n). Das sind die Momente, die einen vergessen lassen, wie schlecht die Welt da draußen eigentlich zur Zeit ist. Und ich bin sehr dankbar, dass es uns so gut geht und wir diese Momente immer wieder erleben dürfen.

Begonnen hat unser Burg Herzberg-Wochenende am Samstag in unserem Kleinwagen. Die erste Probe seit Ende Mai. 40 Grad im Auto, Free-Jazz von der Bühne, hinter der wir geparkt haben und eine durchzechte Nacht lassen diese Probe eher suboptimal verlaufen. Aber hey, wir sind Vollprofis im Amateur sein und freuen uns einfach über die entspannte Atmosphäre auf diesem Festival. Das Wetter hält (bis auf einen Regenschauer in der Nacht) und unser Label hat bei seiner Anreise am Samstag sogar ein paar kalte Bier mitgebracht. Das Leben ist gut.

lesezelt2014

Das Konzert im Lesezelt beginnt nach den Lesungen von Nora Noormann und Jan Off. Ich fand beide gut. Überhaupt sind die beiden meine Lieblingsautoren – lyrisch wie menschlich. Mittlerweile haben wir Mitternacht, das Lesezelt ist gut gefüllt. Die ersten beiden Reihen bleiben leer, hinten stehen sie aber in den Gängen. Man will schnell wieder weg, bleibt aber trotzdem. Wir verbuchen das als Erfolg und wir freuen uns sogar über das ein oder andere bekannte Gesicht von unserem Wohnzimmerkonzert in Fulda im vergangen Jahr.

Die Crew des Lesezelts ist wie schon im vergangenen Jahr sehr um unser Wohl besorgt und zaubert uns auch in diesem Jahr das ein oder andere Lächeln ins Gesicht. Jungs, Ihr seid spitze. Hoffentlich dürfen wir 2015 wieder zu Euch ins Lesezelt kommen.

Nach einer viel zu kurzen Nacht und einigen Heiß- und Kaltgetränken sammelt sich die Reisegruppe um 13:00 Uhr vor der Mental-Stage, einer kleinen Open Air-Bühne, die musikalisch über das gesamte Festival für ein Kontrast-Programm für die Umbaupausen der beiden Hauptbühnen sorgt. Und während wir mit „Zahnbürste“ und „Dein Platz an diesem Tisch ist darunter“ beginnen sammeln sich immer mehr Menschen vor der Bühne, geben uns Bier aus, schreiben uns Briefe und wollen ebenso gerne einen Song über den Sommer („Summer“) wie über einen toten norwegischen Songwriter („The Cool Song“) hören. Wir erfüllen diesen Wunsch und spielen halt beide Songs und so ziemlich alle anderen, die wir im Repertoire haben. Es ist ein „perfekter Tag“, wie uns das Motto vom Herzberg ja im Vorfeld angedroht hatte.

blumenkind2014

Nach dem Konzert verlieren wir unser Glockenspiel-Mädchen an eine kolumbianische Ska-Punk-Band, während wir uns Station 17 anschauen. Eine Band in der Frau Potz-Basser Hauke momentan spielt, und die aus Musikern verschiedener Indie-Bands (Schrottgrenze, The Robocop Kraus u.a.) und Menschen mit unterschiedlichen Handicaps besteht. Unglaublich gut. Es ist einer dieser Momente, in denen man als erwachsener Mensch mit Schmetterling-Flügeln umgeschnallt Konfetti in die Luft wirft und das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. Was für ein unfassbar grandioser Abschluss, eines ganz tollen Wochenendes.

Danke!

Schreng Schreng & La La

Herzberg2014

Advertisements
Kommentare deaktiviert für Wir sind gegen Krefeld