Schreng Schreng & La La


Ruining Wohnzimmer since 2008
März 17, 2013, 17:36
Filed under: Tourtagebuch

Windmühlen

800 Kilometer für ein einzelnes Wohnzimmerkonzert? Klaro… mit dem allergrößten Vergnügen sogar. Also Fulda. Da war ich noch nie. Der Hinweg ist entspannt, wie selten. Jörkk und ich treffen uns am Bonner Hauptbahnhof – der Zug ist pünktlich und Herr Mechenbier sitzt sogar drin. Perfekt.

Im Auto dann erst einmal fachsimpeln, ob die neue Turbostaat gut oder schlecht ist (Urteil Jörkk: Grandios / Urteil Lasse: Geht so) und warum es Mudhoney immer noch nicht geschafft haben ein richtig gutes Album abzuliefern. Zumindest da sind wir uns einig. Nach dem vierten Song fliegt die CD wieder aus dem Player.

In Fulda begrüßt uns unsere Gastgeberin Julia mit Bier und selbstgemachten Häppchen. Sehr gut. Nach kurzer Probesession (sechs Minuten) und einem weiteren „Kennenlern-Bier“ kommen auch schon die ersten Gäste. Ein bisschen eingeschüchtert bin ich ja schon, schließlich wird hier heute englisch und spanisch gesprochen. Im Publikum eine wirklich fantastische Mischung aus Deutschen, Spaniern, Chilenen, Brasilianern und Rumänen. In der Band zwei Sprachakrobaten, die sich grandios durch die Ansagen kauderwelschen. Jörkk beeindruckt mich zuerst mit seinen technischen Fähigkeiten (Wohnzimmerlampe ab) und dann mit seinen Spanischkenntnissen („Donde estas la zapateria?“).

Die Reaktion des Publikums ist mal wieder schwer zu beschreiben. Vom Applaus her hab ich stellenweise gedacht, dass 50 Menschen da sind. Waren aber eher 25. Und den lächelnden Gesichtern und dem Zuspruch nach dem Konzert zu urteilen war das wohl nicht nur Höflichkeitsapplaus. Mensch Fulda, wenn ich in Worte fassen könnte, wie gut solche Abende tun. Ich würde es in unser Tourtagebuch schreiben. DANKE! Was sind schon 800 Kilometer Autofahrt, wenn man in den nächsten Tagen morgens wach wird und ein seliges Grinsen im Gesicht hat.

DuscheDass Jörkk für seine Verhältnisse relativ früh etwas derangiert war, wird mir klar, als er sich im Badezimmer der Gastgeberin 30 Sekunden lang mit der Dusche anspritzt, nur damit ich ein gutes Foto von ihm machen kann. Klappt natürlich überhaupt nicht. Zehn Stunden später merke ich in den Spiegel schauend, dass ich den Abend wohl auch etwas derangiert beendet habe. Zumindest strahlt mich mein Gesicht mit komplett schwarz gemalter Nase an.

In der Zwischenzeit glänzen Jörkk und ich als Wohnzimmer-DJs (also zumindest uns hat es gefallen) und besuchen eine Ü 30-Rockparty, bei der ich nach dem ersten Lachanfall (es läuft Wheatus „Teenage Dirtbag“) später doch noch auf „Sure Shot“ von den Beastie Boys abtanze. Junge, junge…  Der hauseigene Schnaps zieht mir dann ganz langsam die Schuhe aus, während Jörkk beim Kickern relaxte 6:1 gegen die Residents der Disco verkackt.

Der Rest ist Farbe aus dem Gesicht waschen und Autofahren. Nächster Halt KeinKultur in Bonn.

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