Schreng Schreng & La La


Wer soll all das Plastik fressen?
Januar 22, 2013, 19:40
Filed under: Tourtagebuch

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18.01.2013: Trier – Hong & Friends

Jan Off
, Nora Noorman und Schreng Schreng & La La zusammen auf Mini-Tour. Das versprach ja bereits auf dem Papier legendär zu werden. Freitagabend um 19 Uhr treffen wir uns pünktlich im Hong & Friends. Die beiden Besitzer Hong und Jo sind an Nettigkeit kaum zu überbieten und lassen uns machen, was wir wollen. Kein Zeitplan, keine Vorgaben, kein Stress. Erweitert wird unsere Gruppe um Alex Gräbeldinger und Label- sowie Verlagschef Ök. Während wir die ersten Biere trinken füllt sich der hintere Veranstaltungsraum so schnell, dass wir um halb zehn beschließen niemanden mehr hineinzulassen. Das Jahr 2013 beginnt für uns also mit einer ausverkauften Show und mehr als hundert Zuschauern. Danke Trier, so macht das alles natürlich doppelt so viel Spaß.

Während Nora und Jan gekonnt das Publikum in ihren Bann ziehen, hab ich mit technischen Problemen zu kämpfen und demnach nur halb so viel doppelt so viel Spaß, da sich die Elektronik meiner Gitarre in den Korpus selbiger verabschiedet hat. Rien ne va plus – Ich könnt kotzen. Während ich schon überlege, wie wir dem Publikum beibringen, dass zumindest der musikalische Teil des Abends ausfällt, steht Jörkk grinsend mit einer schönen Halbakustik vor mir. Grandioserweise zauberte ein mir völlig unbekannter Besucher die Gitarre aus seinem Zylinder. Auch nicht selbstverständlich. Und ich bin wirklich immer noch sehr dankbar dafür. Schnell noch den Gitarrengurt mit Schnürsenkeln an der Klampfe festgebunden und los geht es. Ich persönlich brauche zehn Minuten, bis ich Bock bekomme. Arbeiten, 250 Kilometer Auto fahren und dann feststellen, dass die Gitarre kaputt ist – Schalterumlegen dauert eben manchmal etwas länger. Danach wird es aber immer besser und gegen Ende des Konzerts habe selbst ich das Gefühl gerade noch die Kurve bekommen zu haben. Der Rest des Abends ist schnell erzählt: Bier – vegetarischer Döner – Bier – Bier – Bett.

19.01.2013: Luxemburg Stadt – Rocas

Der Tag beginnt mit der Reparatur meiner Gitarre. Toll, dass ich die fehlenden Einzelteile im Hong & Friends wieder finde. Der Tag scheint also erst einmal gerettet. Doof, das die Gitarre Abends immer noch nicht funktioniert. Na ja, ein Anwalt ist eben kein Gitarrenbauer. Ärgerlich ist es natürlich trotzdem. Nachdem wir dann mit dem Kopfnuss Verlag und Jan Off gefrühstückt haben, versuchen Jörkk und ich neue Songs zu schreiben. Funktioniert nur bedingt. Also den Rough-Mix der neuen Love A-Platte gehört. Gute Entscheidung. Ich würde mit einem Einstieg in die deutschen Charts auf Platz 81 tippen. Mindestens.

Auf dem Weg nach Grevenmacher, wo wir uns mit dem heutigen Veranstalter Steve treffen, diskutieren wir über Pop-Punk-Bands und die Gesichtslosigkeit mancher Bands. Wir sind uns einig, so werden wir nicht. Negativer Nebeneffekt: Wir werden auch keine Villa in Kalifornien mit unserer Musik finanzieren können. Aber die Eckbadewanne bleibt als Ziel bestehen.

Nach einem unfassbar leckeren Abendessen und einer halbstündigen Busfahrt nach Luxemburg Stadt stehen wir im Rocas. Kleiner aber feiner Laden, der im ersten Stock einen Raum hat, in dem man intime Konzerte und Lesungen organisieren kann. Pünktlich zum Start der Lesung ist auch dieser Raum so gut wie voll. 40 Zuschauer sind natürlich nicht 150. Wenn es sich aber um die richtigen 40 Personen handelt, reicht es völlig aus. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und sage, dass es eins unserer drei besten Konzerte war. Nachdem wir bei unserem ersten Luxemburg Auftritt den schlechtesten Auftritt ablieferten, haben wir uns nun selbst wieder rehabilitiert. Wir spielen ALLE Songs, die wir haben. Das Publikum freut sich, wir freuen uns und das Konzert macht so viel Spass, dass ich am liebsten gar nicht mehr aufgehört hätte zu spielen. Eine kleine Hörprobe gibt es HIER. Vor lauter Glückseeligkeit verwechsel ich Strongbow mit Superbock und muss danach erstmal einen Liter Cider verschenken. Das Hirn setzt eben doch manchmal aus. Und wisst Ihr was das Beste daran ist? Genau so muss es sein. Und ich bin froh, zwei so tolle Tage erlebt zu haben. DANKE!

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