Schreng Schreng & La La


Matratzenkönig
September 4, 2012, 19:24
Filed under: Tourtagebuch

Es ist Freitagnachmittag in Düsseldorf-Oberbilk. Ich steige in das Auto meines Fahrers Jörg (mit g nicht kk und um Verwechslungen vorzubeugen ab jetzt nur noch „mein Fahrer“ genannt), der mich ins beschauliche Trier bringen soll. Er ist bereits eine Stunde zu spät, was nicht zwingend seine Schuld ist, spricht die nette WDR 2-Stimme in der Stauschau von ekeligen 230 Kilometer Stau allein in NRW.

Wir müssen noch an Köln vorbei und in der Eifel zwei Matratzen abholen. Schließlich möchte ich Jörkk nicht noch mal zumuten in seiner eigenen Wohnung auf dem Küchenboden zu schlafen. Es ist jetzt schon klar, dass wir den Soundcheck verpassen werden. Selbst Jörkk wird langsam missmutig und Roeds-Rock-Veranstalter Fabi fragt auch schon mal ganz höflich telefonisch nach wann wir denn endlich ankommen.

Mit 220 ballert mich mein Fahrer Richtung Trier. Wer mich kennt und das Vergnügen hatte mich mal als Beifahrer genießen zu müssen, der weiß, dass es mindestens zwei Biere bedarf, damit ich nicht die Komplettkrise bei diesem Tempo bekomme. Wenig beruhigend auch, dass sich die Tankanzeige immer näher an die noch zu fahrenden Kilometer anpasst und 15 Kilometer vor Trier schließlich überholt. Aber es passt so gerade noch – glück gehabt. Mein Fahrer hat von der Eifel nach Trier relaxte 30 Minuten aufgeholt und somit verhindert, dass wir in fünf Jahren Schreng Schreng & La La zum ersten Mal meinetwegen zu spät kommen. Dafür ist schließlich der andere Teil dieser großartigen Band zuständig. Matratzen raus, Jörkk rein und ab nach Holzerath, einem idyllischen Fleck weit ab von allem.

An das Konzert selbst habe ich keine Erinnerungen. Dieses vom Auto, auf die Bühne, um dort ein 45 Minuten Set in 30 Minuten runterzubolzen, mag als Punkrock geübte Band funktionieren, Open-Air bei 5 Grad über Null und nach fünf Stunden Autofahrt bleiben jedoch gerade die filigranen Parts des Schreng Schreng-Universums eher auf der Strecke. Trotzdem scheint es den Zuschauern zu gefallen. Es wird sogar mitgesungen, was auf der Bühne verwundert, aber erfreut zur Kenntnis genommen wird. Wenn wir es schon bis nach Holzerath geschafft haben kann die Eckbadewanne gar nicht mehr lange auf sich warten lassen. Zumal wir sogar noch zwei Konzertanfragen absahnen und eine CD verkaufen. Yeah!

Erst nach unserem Konzert entdecke ich, wie saucool das Roeds-Rock organisiert ist. Völlig begeistert freuen wir uns über zwei Mikrowellen und eine Kaffeemaschine im Backstage-Zelt und dem immer wieder aufgefüllten Vorrat an Bier und Pizza. Ganz schön toll. Genau wie die anderen Bands, die mit uns die kleine Akustik-Bühne teilen. Nur an der Verkehrsanbindung müsste man noch arbeiten. Aber mit Hilfe einer Ersatzfahrerin, die nicht so schnell abknickte, wie mein Fahrer, haben wir es gut und sicher nach Hause geschafft. Danke Kim! Danke alle! Ich hab so das Gefühl, als ob wir ein glückliches Händchen bei unserer Konzertauswahl haben.

 

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