Schreng Schreng & La La


John K. Samson on the radio
Mai 21, 2012, 16:10
Filed under: Tourtagebuch

Trier 17.05.2012 – ExHaus

Der Donnerstag beginnt mit der Suche nach einer zu meiner ec-Karte passenden Bank, deren Nichtauffinden zwischen Trier und Wasserbillig uns zuerst zum Dönerladen (Fehlende Alternative aus Geldmangel) bei Jörkk um die Ecke und danach ziemlich schnell auf Toilette (Fehlende Hygiene durch Bratmangel) führt. Super Start für einen 80%igen Hypochonder wie mich. Schließlich dachte ich zu diesem Zeitpunkt schon an eine mittelschwere Lebensmittelvergiftung. Der gewagte Versuch eine kalte Dose Premium-Bier zu trinken beweist eine knappe Stunde später – alles gut gegangen. Auf dem Weg ins ExHaus noch schnell Heike vom Bahnhof abgeholt und schwupps… Konzertmodus an.

Nach lecker Pizza und einer kleinen Probesession geht es dann auch recht bald los. Während Philipp Dunkel mit seinen Chuck Ragan-ähnlichen Songs ziemlich souverän das kleine Publikum rockt, ist der nachfolgende Singer/Songwriter ungefähr zehn Jahre zu spät. Zuerst über John K. Samson im Radio singen, dann „Aside“ covern… mir persönlich zu viel Klischee. Über unser Konzert schreib ich diesmal nichts, dass hat der Dirk nämlich schon getan. Klick Klick!

Nach einem kurzen Abstecher in die Villa Wuller, wo wir uns noch Corman anschauen wollten, ging es recht zügig nach Hause. Scharfe Nudeln, Bett, Wecker, Lachen beim Anblick von Jörkk auf dem Küchenboden (Danke, dass wir in Deinem Bettchen schlafen durften) und drei Stunden euphorielose Heimfahrt. Immerhin musste ich auf dem Rückweg nicht schon wieder einem toten Bambi und diversen anderen Jungtieren in die Augen schauen, die das links-rechts-gucken noch nicht erlernt hatten. Doofes Autofahren.

Bonn 19.05.2012 – Klangstation

Brückentage eignen sich ja hervorragend dazu mehr als ein Konzert am Wochenende zu spielen. Also waren wir mal so verwegen und haben direkt zwei Gigs gebucht. Reichtum und Alter nagen schließlich doch an der Motivation. Und seien wir ehrlich der eigene Küchenboden ist doch immer noch der schönste.

In Bonn-Bad Godesberg gibt es Top-Catering, kaltes Bier und einen großen Haufen Punker, der so schmerzfrei ist, sogar abgebrannte Musiker um Geld anzubetteln. Immerhin hat Tom, der Love A-Mercher ein Einsehen und spendet Geld und Zigaretten. Eine Bürste für den Iro, sowie Gästenlistenplätze hatte er aber auch nicht. Dafür bauen die Punks auf der anderen Straßenseite menschliche Pyramiden, um die Pro NRW-Plakate von den Laternen zu entsorgen. Richtig so.

Das Konzert hat dann ziemlich viel Spass gemacht. Mitten im Publikum, zwischen Kopfnuss-Verlag und Musiker-Kollegen spielten wir ein Sum 41-Gedächtnis-Set – „All Killer, No Filler“ oder so. Wer uns aber zu dieser unchristlichen Zeit auf die Bühne stellt… pff.

Der Rest des Abends ist schnell erzählt. Der Anwalt hat sich auf dem Weg zum Hot Dog-Wettessen (sechs) zwei mal in Bad Godesberg verfahren, ist in der Verlängerung des Bayern-Spiels eingeschlafen, nur um sich später in Monheim (?) mit der Security einer Hochzeit zu streiten. Das nicht geführte Gespräch mit dem Fahrer in Verbindung mit dem ausgeschalteten Radio waren halt doch zu laut. Das nächste Mal versuche ich es mit Luftanhalten. Unfreundlich. Der Polytoxiker hingegen hat mit seiner anderen Band, den grandiosen Love A, die Klangstation in Grund und Boden gerockt und ist im Bla wie gewohnt versackt. Alles in allem also ein sehr zufriedenstellendes Wochenende… Zumindest klang das am Sonntagabend beim traditionellem „ichwolltemalhörenobdunochlebst“-Anruf des Anwalts so.

Nächster Halt 23.06. Köln! Alle hin da!

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Zeit das sich was dreht
Mai 11, 2012, 15:54
Filed under: Schreng Schreng & La La

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Oder: Ein kleines Lebenszeichen Eurer neuen, alten Lieblingsband.

Nach unserem, wie wir finden, grandiosen Privatkonzert im Ex-Haus vor einigen Wochen haben wir uns zurückgezogen und überlegt, ob wir weiter Musik machen wollen. Es ist momentan ja ziemlich en vouge darüber zu schimpfen wie katastrophal das Leben als Künstler ist. Also hat Jörkk Bierchen getrunken und der Anwalt Artikel über die GEMA, das Urheberrecht und den viel zitierten Satz „Musiker müssen auch von ihrer Musik leben können“ gelesen.

Auch wenn ich diese Artikel nicht verstehe, es stimmt total: Alle Musiker und Künstler sollten von ihrer Kunst leben können. Wenn das aber auf Kosten kleiner Veranstalter geht, die der GEMA ihren aufgeblasenen Verwaltungsapparat oder zweitklassigen Rockbands CD-Produktionen samt Promotion im Wert von 400.000 Euro bezahlen, dann darf man die Debatte auch mal in Grautönen sehen und nicht nur schwarz-weiss. Ich weiß, das ist nicht Jedermanns Sache, aber ein Versuch wäre es doch wert, oder?

Ich möchte nämlich keinem Kleinstveranstalter vor die Entscheidung stellen, ob er mir oder der GEMA die 100 Euro gibt, die in der Kasse liegen. Schon gar nicht, bei dem Verteilschlüssel, den die GEMA anwendet (und den 4/4 der Menschen eh nicht verstehen). Und machen wir uns nichts vor, wer kann denn heute als Künstler ausschließlich von der Musik leben? Und wie lange? Kann ein Künstler nicht parallel arbeiten gehen, weil er von 8 bis 23 Uhr konzentriert Lieder wie „Finger in den Po, Mexiko“ schreibt oder für 11 Songs im Studio 40 Tage braucht? Ich habe gehört Nacktposter kann man auch verkaufen, wohingegen Autogrammkarten für 10 Euro nicht so gut laufen (Quelle: Spiegel online). Jörkk, wenn wir Autogrammkarten von Dir in nackt mit meinem Autogramm versehen, könnten wir richtig Asche machen, oder?

Egal… mich stört an der Debatte lediglich, dass gerade diejenigen sich aufregen, die mehr als eine Million Bücher über ihre Achselhaare verkauft haben und eigentlich ihre Schäfchen im Trockenen haben. Von Bands die tagsüber arbeiten und ihren Jahresurlaub für die zwei Deutschland-Toureen im Jahr verballern hört man so etwas nur selten. Könnte daran liegen, dass es denen um die Liebe zur Musik und nicht (nur) um Eckbadewannen geht.

Apropros Konzerte… Wir spielen einige davon. Checkt einfach mal unsere Toursektion. Darüber hinaus haben Jörkk und ich uns natürlich dazu entschlossen weiter zu machen. Immerhin haben wir unsere Verkaufszahlen ins dreistellige gepusht, so dass wir wieder ins Studio gehen können, um drei Songs an einem Tag aufzunehmen.

Produzent: 11.99 Euro (Ein Kasten Premium-Bier)

Promotion: 0 Euro (Social Media)

Eure Gesichter, wenn Ihr den neuen Chanson kostenlos auf Soundcloud runterladet: unbezahlbar.

In diesem Sinne. Support Your Local Scene!

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