Schreng Schreng & La La


Tourtagebuch Teil 2: Berlin (29.04.2016) und Hamburg (30.04.2016)
Mai 2, 2016, 16:23
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Foto: Tommy

Endlich wieder Berlin, endlich wieder Hamburg. In beiden Städten haben wir bis jetzt erst einmal gespielt. Sträflich vernachlässigt, sozusagen. Deshalb haben wir eigentlich auch nicht erwartet, dass dieses Wochenende mit dem vorherigen Wochenende mithalten könnte. Konnte es aber. Aber der Reihe nach.

Am Freitag um 12:54 Uhr geht es für Team Rheinland, bestehend aus dem Glockenspielmädchen und dem Anwalt los. ICE, Platzreservierung, ein kaltes Bier und ein paar belegte Brötchen im Säcklein und die Magenschmerzen des Jahrhunderts. Ätzend, aber kneifen gildet nicht. Parallel fährt der Esel von Hamburg nach Berlin. Treffpunkt Monarch, so der Plan. Aber es kommt mal wieder anders. Während Team Rheinland bereits die Bühne aufbaut, steht Team Dave & Mighty (mit dem Auto aus Bielefeld) im Stau und Team Esel vor Potsdam („Aufgrund einer verwirrten Person im Gleis fahren wir bis auf´s Weitere nicht weiter“).

Nächster Treffpunkt also das Studio von RadioEins (RBB), dort sollen wir heute nämlich unsere erste Live-Session im Radio spielen. Jörkk kommt genau drei Minuten vor Sendebeginn am Sender an. Kurze Umarmung, schnelle Zigarette und schon beginnt ein überaus toller Abend. Moderator Knut Elstermann ist ein eloquenter und überaus sympathischer Gesprächspartner, wir hinterlassen einen okayen Eindruck und „Alles auf Nichts“ wird (fast) fehlerlos runtergespielt.

Also weiter zur Location, wo wir in einer knappen Stunde spielen müssen. Vor Ort angekommen ist Team Dave & Mighty auch schon da. Leider mit zerbeultem Auto und zerbeulter Laune. Dass sich später nur eine kleine Gruppe Zuschauer für diese tolle Band interessiert, lässt die Laune der beiden natürlich auch nicht besser werden. Manchmal ist alles scheiße. Sorry Ihr beiden. Holen wir noch mal nach. In geil!

Wir haben zu Beginn wieder mit einem lauten Publikum zu kämpfen. Dank eines super Tontechnikers und großer Spiellaune (nach dem fünften Bier ist auch der Anwalt wiederhergestellt; unterhopft gewesen?) kriegen wir aber immer besser die Kurve. Am Ende würde ich von einem super Konzert und einem tollen Abend sprechen. Zumal ein Haufen Freunde aus ganz Deutschland den Weg nach Berlin auf sich genommen haben. Hach, Ihr seid toll!

Hamburg, Hasenschaukel. Ich mache es kurz. Auf der Reeperbahn fliegen die ersten Böller gegen die Polizei, das sympathische Team hinterm Tresen erklärt mir, dass der Laden, in dem ich immer schon mal spielen wollte Ende Mai dicht macht, und ich bin so verballert, dass ich das Gitter vor dem Fake-Kaminfeuer anfasse, um zu gucken, ob meine Gitarre Schaden nehmen könnte, wenn ich sie vorne dran stelle… Ich sag mal so, eher suboptimale mentale Verfassung des Anwalts. Auch beim Esel gibt es leichte nervöse Anzeichen. Das anwesende Publikum kennt ihn nämlich nur von Love A.

Wie es war? Schaut Euch einfach die Fotos von Tommy unten an. Zwei glückliche Menschen auf der Bühne, die sich freuen, dass Ihr Hobby tatsächlich immer mehr Menschen dazu bewegt, sich den Quatsch von sich anzuhören. Den Dank an alle Beteiligten in Worte zu fassen, wäre für den Leser langweilig. Aber… ALLE die wir an diesem Wochenende getroffen haben, sollten sich mal gedrückt fühlen. Das war alles einfach super. Das Leben ist schön!

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Tourtagebuch Teil 1: Köln (22.04.2016) und Trier (23.04.2016)
Mai 2, 2016, 15:37
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Foto: Christina Kania

Unser zweites Album „Echtholzstandby“ ist nun endlich draußen. Das muss gefeiert werden. Also haben wir uns nicht lumpen lassen, und direkt vier CD-Release-Shows organisiert. Die ersten beiden auf Nummer sicher (Köln und Trier), Show 3 und Show 4 dann auf für uns ungewohntem Terrain (Berlin und Hamburg – siehe Teil 2).

An den Weg nach Köln kann ich mich so richtig gar nicht mehr erinnern, da ich tatsächlich ein bisschen aufgeregt bin. Schließlich haben wir heute sogar zwei Gastmusiker auf der Bühne (zusätzlich zu unserem mittlerweile ja schon zum Inventar gehörenden Glockenspielmädchen). Aber was soll ich sagen, bereits nach den ersten Tönen von „Zahnbürste“ ist jede Nervosität weg. Die ersten Reihen machen es uns nämlich extrem leicht und singen jede Zeile mit. Das Limes, einer unserer Lieblings-Clubs, ist sehr gut gefüllt, die Kaltgetränke fließen in Strömen und selbst unser Gastschlagzeuger Oli macht seinen Job (ungeprobt, wie es sich für Schreng Schreng & La La gehört) super gut. Als Zugabe spielen wir „Behind The Garage“ mit Kilian an der Mundharmonika, was ich persönlich wunderschön finde, und den Titletrack unseres neuen Albums. Köln, das war großes Kino. Dankeschön. Wir sparen uns heute eine Kompletteskalation, schließlich müssen wir am nächsten Tag weiter nach Trier.

Trier erwartet uns kalt und grau, empfängt uns aber gewohnt freundlich. Das Miss Marples gehört nämlich auch zu unseren Lieblingsläden und Barkeeper Tom wartet schon mit dem ersten frisch gezapften Bier auf uns. Kurz noch zum Love A-Proberaum, deren Bus ausladen, mit Schlagzeuger Karl die drei Songs zwei Mal angespielt und ab zurück zum Marples. Schließlich wartet da das leckere Bier und Essen a´la Card sowie…

… das lauteste Publikum, das wir je hatten (von Chemnitz mal abgesehen). Dabei ist das gar nicht böse gemeint von den gefühlt 150 Zuschauern. So dermaßen voll habe ich das Marples im Übrigen noch nie gesehen, was ich extrem schmeichelhaft finde. Trotzdem bin ich phasenweise echt froh, der Typ auf der Bühne zu sein, was mir nämlich ein bisschen Bewegungsspielraum gibt. Und so trifft es der Artikel von Treverer ganz gut, denn auch wir kommen kaum gegen die Bierseeligkeit des Publikums an. Das passiert und tat der guten Laune im Marples irgendwie auch keinen Abbruch. So soll es doch auch sein. Sorry an alle, die uns nicht gehört oder gesehen haben. Wir kommen bestimmt ganz bald wieder.

Trotzdem hatten wir in Trier, wie immer, einen super Abend. Die Anzahl an grandiosen Menschen ist hier einfach kaum zu überbieten. Hier fühl ich mich zu Hause, hier trinke ich gerne noch ein After-Show-Bier. Diesmal ohne Echtholzstandby des Anwalts, der nämlich am nächsten Mittag zur Geburtstagsfeier SEINES Anwalts eingeladen ist.

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Viel Schatten, wenig Licht…
April 11, 2016, 15:10
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Schreng_Schreng_Und_La_La_04 … okay, ganz so weit würde ich gar nicht gehen wollen. Trotzdem bin ich doch nicht ganz zufrieden mit unserem Tourstart in der Düsseldorfer Butze. Aber der Reihe nach.

Jörkk steht Freitagabend auf die Minute pünktlich in Oberbilk. Ich weiß gar nicht, wann das das letzte Mal passiert ist. Es muss auf jeden Fall so lange her sein, dass ich nicht damit gerechnet habe. Ich trödel nämlich noch in der Stadt vor mich hin, während Jörkk das Gefühl des Wartens kennen lernt. Gut, ihm ist so etwas ja – im Gegensatz zu mir – völlig egal. Und so wird nach dem ersten Hallo, dem zweiten Bier und der dritten Zigarette nur kurz geprobt – nämlich genau vier Lieder lang. „Das holen wir Samstag nach“, so der Plan.

Aber wie Pläne oftmals sind, spielen wir am nächsten Morgen zwar ein Stündchen, aber so richtig sitzen die neuen Songs dann doch nicht. Jetzt rächt es sich, dass wir uns den Tag mit anderen Terminen vollgepackt haben. Denn bereits um 15 Uhr sind wir bei EinsLive verabredet und sollen Simone vom Heimatkult Rede und Antwort stehen. Ich habe ja wirklich das Gefühl, dass man die gesamte Stunde im Radio laufen lassen könnte. Zumindest habe ich uns informativ, relativ geistreich und un-fass-bar sympathisch in Erinnerung (*hüstel). Mal gucken, was dann tatsächlich von der Redaktion zusammengeschnitten wird.

Danach sollen wir bereits um 18 Uhr in der Butze, einer wirklich sehr schönen Bar mit Hinterzimmer für kleine Konzerte, sein. Heute noch mal mit eigenem Equipment, so dass sowohl die Schlepperei, als auch der Soundcheck etwas länger ausfällt. Passt aber. Nach einem leckeren Essen aus der wirklich guten Küche der Butze gibt es noch ein Interview mit dem OX-Fanzine. Und nun ja, wie soll ich es sagen? Ich glaube, dass ich alles, was Schlaues aus mir raus wollte bereits in Köln gesagt habe. Dementsprechen kommt nur noch totale Grütze aus meinem Mund. Ganz schlimm, sorry Bianca. Auch hier bin ich gespannt, was die Gute da verfassen wird.

Schreng_Schreng_Und_La_La_06aDann geht es los. Und ich bin nervös wie Sau. Neue Songs, viele unbekannte Gesichter und ein kleiner Schnaps, nach dem ersten Song, der mir ehrlich gesagt den Schweiß auf die Stirn treibt. Ich bin doch sonst nicht so. Auf jeden Fall lege ich hier ganz offiziell den Mantel des Schweigens über die ersten 30 Minuten des Konzerts. Wann ruft schon mal der Produzent während des Konzerts auf die Bühne, dass man das Lied viiiiel zu schnell begonnen hat und man doch gefälligst nochmal anfangen solle. Öhm, viel schlechter kriegen selbst wir das nicht hin. 

Was unser Chaos-Duo aber so ein bisschen ausmacht ist ja, dass wir auch aus solchen Situationen immer irgendwie mit einem blauen Auge herauskommen. In der Butze klappt das aus zwei Gründen. Zum einen werden wir nach einer halben Stunde gefühlt immer besser (das hat mir sogar unser extrem kritischer Produzent Svän bestätigt), zum anderen legt auch das Publikum nach einigen Songs den Hebel um, und hilft uns so zurück in die Spur. Danke dafür, das haben wir gebraucht.

Und so ist es am Ende doch noch ein sehr schöner Abend, mit versöhnlichem Ende und einigen wirklich guten Gesprächen nach dem Gig. Unser Video „Ekel und Abscheu“, scheint viele Menschen erreicht und bewegt zu haben. Das ist gut und das ist wichtig.

In den kommenden zwei Wochen, werde ich auf jeden Fall meine Hausaufgaben machen und die neuen Songs solange spielen, bis sie mir aus den Ohren heraus kommen. Darüber hinaus werden wir die Pre-Order-Päckchen verschicken und noch an der ein oder anderen Überraschungen arbeiten. So planen wir gerade ein zweites Lo-Fi-Video und einen Remix für „Oslo“, einem unserer neuen Songs. Hierzu in den kommenden Tagen mehr. Wird aber super, versprochen.

So, und nun genießen wir noch ein paar Stunden Frühling, bevor der Regen wieder kommt.

Schreng Schreng & La La

PS: Foto – Tamara Reuter (Danke!)

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Echtholzstandby-Tour 2016
Februar 9, 2016, 11:22
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09.04.2016: Düsseldorf – Butze

22.04.2016: Köln – Limes (mit Jawknee Music)

23.04.2016: Trier – Miss Marples

29.04.2016: Berlin – Monarch (mit Dave & Mighty)

30.04.2016: Hamburg – Hasenschaukel

24.06.2016: Saarbrücken – Theaterschiff Maria-Helena (mit Isolation Berlin)

30.07.2016: Alsfeld – Burg Herzberg Lesezelt



Ingo Appelt und die kleine Meerjungfrau
Januar 12, 2016, 16:33
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Freitag, 08.01.2016 – Plan B (Bielefeld)

Mit nur 35 Minuten Verspätung erreiche ich Bielefeld, aber trotz dieser wiedermal großartigen Leistung der Bahn während einer zwei Stunden langen Fahrt solch eine Verspätung rauszufahren, überwiegt die Vorfreude. Heute spielen wir nämlich mit dem Traum-Duo Dave & Mighty zusammen. Das sind immer tolle Abende, da die beiden Musiker tolle Menschen sind und zudem auch noch super Musik machen. Da darf man sich ja schon mal freuen, finde ich. Zumal die gesellschaftspolitischen Entwicklungen auf der Straße eher die Vermutung nahe legt, dass da draußen die weniger tollen Menschen in der Überzahl sind. Wir sollten wirklich ein bisschen aufpassen, dass die sogenannten „Wutbürger“ nicht zu stark werden. Der Weg zurück, dürfte sonst nämlich steinig und unangenehm werden.

Das Plan B, in dem wir heute auftreten werden, ist wahrscheinlich eine der schönsten Bars, in der wir jemals spielen durften. Tolle eingerahmte Bandplakate an der Wand, leckeres (vegetarisches) Essen aus der kleinen Küche und eine tolle Theken- bzw. Besitzer-Crew erleichtern uns den Einstieg in den Abend. Es wird gelacht, es wird getrunken und es werden alte Freunde begrüßt, was zu noch mehr Lachen und Trinken führt. Unser Auftritt ist grundsolide und macht Spaß. Jörkk verzweifelt am Kippschalter-Mikro während sein Anwalt mit zunehmender Spieldauer immer mehr mit seiner Motorik hadert. Uns ist es egal, wir haben einen super Abend, der später noch von Dave & Mighty getoppt wird, die Ihre Punkklassiker aus Lärmschutzgründen nicht im Eurodance-Kleid verpackt haben, sondern in lateinamerikanische Rhythmen. Super gut. Und während bei der Aftershow-Party gefühlt der ganze Saal tanzt, lachen und trinken wir an Theke noch das ein oder andere Kaltgetränk weg  #Echtholzstandby

Um 8 Uhr klingelt Jörkks Wecker. Wer Jörkk kennt, der weiß, dass der Gute eigentlich erstmal nicht wach wird. Daher sind seine Klingeltöne immer SEHR stressig (ich erinnere mich mit Grauen an einen Weckton, den er bei einer Cunstler-Probe aufgenommen hatte – ich hatte immer das Gefühl, ein Flugzeug startet neben dem Bett). Heute ist es das Krähen eines Hahns. In einer Lautstärke, mir bleibt fast das Herz stehen. 8 Uhr… wir haben doch noch zwei Stunden bis wir los müssen. Zum Glück schlafe ich, nachdem ich den Wecker ausgeschaltet habe, noch einmal ein.

Samstag, 09.01.2016 – Kohi (Karlsruhe)

Auf dem Weg von Bielefeld nach Karlsruhe machen wir halt in Düsseldorf. Der Versuch klar zu kommen scheitert, da wir das neue Album besprechen müssen. Hierzu gibt es dann später ein paar Zeilen. Nur so viel: Das Album heißt „Echtholzstandby“, erscheint auf Rookie Records und wird voraussichtlich Ende April veröffentlicht. Wir freuen uns schon sehr.

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Der Weg nach Karlsruhe verläuft super. Boardbistro, zwei (also vier) große Pils, in Mannheim umsteigen und schwupps holt uns unser alter Freund Fabian am Bahnhof ab. Den Rest des Abends in Worte zu fassen ist ehrlich gesagt etwas schwierig. Das Kohi, ein von der Stadt gefördertes Kulturzentrum, ist das krasse Gegenteil zur stylischen Kneipe des Vorabends, aber nicht weniger grandios und herzlich. Es gibt Kürbislasagne und Apfelkuchen zum Abendessen, leckere süddeutsche Biere und einen ziemlich guten Bühnensound (muss ja auch mal gesagt werden). Das Publikum ist perfekt. Ruhig während der Songs, kommunikativ während  der Pausen („Ey Jörkk, Du hast ja eine Frisur wie Ingo Appelt“) und gewillt, sich unseren Quatsch bis zum bitteren Ende (wir proben mal eben zwei neue Songs live auf der Bühne – früher mag man uns auch nicht von selbiger gehen lassen) anzuhören. So ein nettes Publikum belohnen wir natürlich gerne mit einem gefühlt perfekten Auftritt. Ganz ehrlich, für diese Momente liebe ich es, in einer Band zu spielen. Gegen drei Uhr geht es dann Richtung Schlafplatz, wo wir uns noch bis 5 Uhr mit Fabian festquatschen.

Um 8 Uhr klingelt Jörkks Wecker und wer Jörkk kennt, der weiß, dass der Gute eigentlich erstmal nicht wach wird. Diesmal war er nicht nur so schlau, selbigen wieder nicht auszuschalten, nein, er versteckt das Handy so tief in seinem Rucksack, dass ich trotz eines nahenden Herzinfarkt kurz davor bin, ihm mit dem nackten Hintern ins Gesicht zu springen, während ich krampfhaft mit meiner Handytaschenlampe den Reißverschluss seiner Tasche suche. 8 Uhr… wir haben noch zweieinhalb Stunden Zeit, bis der Zug zurück nach Düsseldorf fährt. Bin ich froh, dass wir nie länger als zwei Tage gemeinsam unterwegs sind.

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„Echtholzstandby“ oder Das Leben ist gut!
August 25, 2015, 15:08
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Brandtson Holzerath  Drei Konzerte und einen Job als DJ-Team innerhalb von 28 Stunden. Das kann man mal machen. Ehrlich gesagt aber auch nicht jedes Wochenende, schließlich ist heute Dienstag und wir sind beide noch immer ziemlich im Eimer.

Jörkk und ich treffen uns am Freitagabend um 17 Uhr im IC nach Koblenz. Super Plätze, kaltes Bier, das Leben ist gut. Der Zug pünktlich und auch der Anschluss in Koblenz wird easy erreicht. Er raucht, ich kaufe Nachschub-Bier, das Leben ist gut. Und auch die Taxifahrt (im mindgrünen Kleinbus) nach Holzerath verläuft Knaller. Vor Ort viele gute Menschen und sensationelle Spare-Ribs vom Grillstand. Über die leichten organisatorischen Unstimmigkeiten verliere ich hier kein Wort. An Tagen, an denen in S-Bahnen Kleinkinder von verblendeten Vollidioten volluriniert werden, habe ich eh keine Lust mich aufzuregen. Ich mag hier kein politisches Pamphlet runterschreiben (dafür war das Wochenende zu gut, und unsere Zielgruppe zu sehr in der Spur), aber ich bin tieftraurig, dass so etwas wieder passieren kann. Und ein freudiges „Refugees Welcome“ gekoppelt mit einem „Nazis raus“ hat noch niemandem geschadet. Mich kotzen diese Arschkrampen einfach nur noch an.

Zurück zur Musik. Etwas verspätet geht es also auf die Bühne, der Sound ist wieder einmal super (Danke, Winnie) und das Publikum im vorderen Bereich sehr nett. Wir haben Bock und hoffen, dass das auch rüberkommt. Danke. Danke auch für die netten Menschen, die uns nach dem Konzert umgehend in die Villa nach Trier gefahren haben. Dort war nämlich das DJ-Team Love a Schreng Schreng am Start. Dommes wie gewohnt stilsicher, der Anwalt gewohnt 1990er. Wenn selbst auf Eve 6 getanzt wird, kann man eigentlich nichts falsch machen. Mit etwas mehr Publikum wäre das sicherlich noch toller geworden.

Foto 2Samstag, aufstehen, klarkommen und auf zur Frittenbude. Heute spielen wir zum ersten Mal als Überraschungsgast auf einem Jungesellinnen-Abschied. Mike holt uns ab, um mit uns ins Saarland zu fahren. Doro, die Freundin von Mikes Frau heiratet in Kürze und rechnet stilsicher mit einem Stripper (zumindest hat man ihr das so erzählt). Schwupps Augenbinde runter und Jörkk steht vor Ihr. Angezogen. Enttäuschung macht sich breit… Die handgezählten sieben Frauen haben aber Bock auf Musik, wir eine Menge Spaß und eine knappe Stunde später sitzen wir schon wieder im Auto nach Trier mit Cremant und Bier.

Schließlich dürfen wir heute mal wieder im Miss Marples spielen. Da ist es zwar immer etwas unruhig, dafür aber IMMER ausnahmslos toll. Fassbier, Pizza, ein grandioser Bühnensound und ganz viele alte Bekannte, die solange neben einem sitzen bleiben, bis die Zapfanlage geputzt und der Kopf auf der Theke gelandet ist. „Echtholzstandby“ eben.

Foto 3Unser neues Album erscheint mit etwas Glück Ende Januar bei Rookie Records. Wir freuen uns wie verrückt. Jetzt müssen wir nur irgendwie noch acht Songs klauen. Oder schreiben. Das wird super… versprochen.

PS: Dass drei Konzerte und einmal Auflegen nicht genug sind, beweisen wir am Sonntag. Während Jörkk im Proberaum an seiner Zweitkarriere als Sänger dieser Love A arbeite, versucht der Anwalt die Spare-Ribs von den Hüften zu kriegen. 14 Kilometer joggen durch Oberbilk. Das Leben ist gut. Zumindest zu uns.

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Mit der Zahnbürste zum Pinkeln
August 5, 2015, 16:06
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Das Burg Herzberg Festival. International Hippie Convention. Freak Treffen. Oase. Auszeit für die Seele. Musik. Farben. Bier. Sonne…

… und ganz nebenbei auch noch ein Festengagement für die Trümmertruppe Schreng Schreng und La La samt Kopfnuss Verlag. Das ganze Wochenende in Worte zu fassen, fällt mir (uns) schwer. Zu viel LOVE, zu viel PEACE, aber vor allem wohl zu viel ALKOHOL, um sich an alles zu erinnern.

Ich komme eine halbe Stunde nach Beginn des Soundchecks an und bin selbstredend mega abgefuckt. Dank Verkehr, falsch eingestelltem Navi, keinem einzigen Bier für mich, da ich fahren muss und der Gewissheit, kein entspanntes „Hallöchen“ zelebrieren zu können, sondern geschwitzt, gehetzt und ohne mich ein wenig akklimatisieren zu können, auf die Bühne zu müssen.

Ich betrete das Lesezelt und sehe sofort meinen Anwalt aufbauender und soundcheckender-Weise auf der Bühne umherzappeln. Unsere Blicke treffen sich – und augenblicklich ist ALLES gut. Die „Vibes“ stimmen, wie wir Profis sagen. Die Strapazen der stressigen Anfahrt sind wie weggeblasen. Noch schnell Herrn Gräbeldinger und Frau Noormann geherzt – und schon bekomme ich selbst eine sehr herzige Begrüßung nebst eines kühlen Bieres von unserem, mittlerweile kann man das so sagen, alten Freund Julien. Nebenbei der beste Soundmann aller Zeiten – und der Schutzpatron des Lesezeltes, in dem Lasse und ich auch an diesem Freitag den Rausschmeißer – oder Headliner – ganz wie man möchte, geben werden.

Das Konzert ist super, weil die Leute super sind, wir super sind (räusper) und nicht zuletzt, weil wir umschnallbare Flügel tragen, um von unserer musikalischen Performance abzulenken. Läuft.

Den Rest des Abends schlendern wir über das Gelände, trinken 2.000 Biere und ein paar Cocktails, rauchen uns den Schiefer vom Kapellendach und lassen es uns inmitten der Hippies gut gehen. Was wirklich leicht ist, denn neben vielen, wirklich tollen DJs, die mit ihrem Krautrock und 1970er-Rock überzeugen, sind auch wieder einige, ansprechende Bands am Start. Brant Björk habe ich leider verpasst, denn der durfte schon Donnerstags rocken.

Da wir in diesem Jahr bereits Freitag das Lesezelt abreißen durften, kommen wir zu dem Genuss einen ganzen Tag ohne Konzert genießen zu können. Das heißt? Genau, morgens um 11 Uhr das erste Bier, kein Anwalt, der maßregelt, man müsse doch Abends noch ordentlich abliefern. Der Anwalt himself wartet derweil auf New Model Army und kommt nach deren Auftritt etwas abgefuckt zum Zeltplatz zurück. Abgeliefert haben die offensichtlich nicht.

Nach einer zweiten viel zu kurzen Nacht machen wir uns los zur Mental Stage. Unserer zweiten kleinen Heimat auf diesem fantastischen Festival. Stage-Time: 11:15 Uhr, was bedeutet, dass das erste Bier wieder zum Frühstück dazu gehört. Bemerkenswerte Randnotiz… Es soll tatsächlich Menschen geben, die sich morgens mit der Zahnbürste im Mund an diese neumodischen Piss-Rondelle stellen, um sich beim Pinkeln die Zähne zu putzen. Soviel Körperbeherrschung hat der Anwalt am frühen morgen noch nicht und ist auch ohne Zahnbürste im Mund kurz davor seinen Mageninhalt ins Rondell zu brechen.

Das Konzert auf der Mental-Stage ist mehr als lustig, auch wenn die Sonne blendet und wir beide uns auf der Bühne kaputt schwitzen. Kurz danach geht es schon nach Hause, schließlich wartet der 9 to 5 Job schon auf uns.

Der Berg war wieder ganz schön toll zu uns und wir haben schon den Termin für das kommende Jahr eingetragen. 28. – 31. Juli 2016… Noch 358 Tage!

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