Schreng Schreng & La La


Wangenknutscher von Dionysos (Bla, 18.02.2017)
Februar 21, 2017, 20:12
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Hach, unser gutes altes Tourtagebuch. Vernachlässigt haben wir es. Vernachlässigen müssen wir es auch diesmal. Wir sind zu dolle damit beschäftigt, unser Debütalbum „Berlusconi“ auf Vinyl zu veröffentlichen (VÖ: 31.03.2017) und vorzubereiten.

Außerdem müssen diverse Wunden geleckt, Kinder getröstet und Konzerte organisiert werden. Dabei ist uns aufgefallen, dass zwei Nächte Bier echt weh tun können, Babygeschrei um 7 kontraproduktiv und Halle mit dem Zug echt blöd zu erreichen ist.

Bedanken wollen wir uns aber trotzdem noch schnell bei den ganzen tollen Menschen in Bonn. Das Bla war wie immer sehr gut zu uns. Extra Dank an Flö, der das Konfetti-Massaker wegmachen durfte.

Und dann waren da noch die Fotos von Konzertsucht.de, die wir hier veröffentlichen dürfen und das gerne tun, da sie echt schön geworden sind sowie der tolle Konzertbericht von Freda auf Crazewire.de. Danke ihr beiden.

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Der Esel und sein Anwalt
Dezember 8, 2016, 17:57
Filed under: Tourtagebuch

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Da unser Tourtagebuch ein bisschen eingeschlafen ist, möchten wir uns zumindest nach unseren drei Jahresabschluss-Konzerten noch einmal ausführlich melden. 2016 war nämlich ein ziemlich tolles Jahr für uns.

Im April haben wir unser zweites Album „Echtholzstandby“ veröffentlicht, im Sommer haben wir die Fusion und das Burg Herzberg-Festival gerockt sowie eine 100er-Auflage Vinyl an einem Tag ausverkauft und bis Ende Dezember durften wir insgesamt 17 Konzerte spielen. Für eine richtige Band ist das nicht viel, für zwei berufstätige Hobby-Alkoholiker mit jeweils einer weiteren Band und diversen anderen Verpflichtungen aber ganz gut. Für uns im Übrigen Jahresrekord. Im kommenden Jahr spielen wir also unser 100. offizielles Schreng Schreng & La La-Konzert. Wir bringen den Schnaps, Ihr das Konfetti.

Im Moment versuchen wir etwas krampfhaft aber überaus motiviert unser erstes Album „Berlusconi“ auf Vinyl zu veröffentlichen. Ök von Disentertainment Records hat sich netter Weise bereit erklärt das Ding herauszubringen. Er wird schon ganz bald mit der Pre-Order um die Ecke kommen. Hoffentlich klappt alles mit Mastering und Covergestaltung. Da wir 2011 alles noch sehr DIY und unbedarft organisiert haben (wer konnte denn ahnen, dass wir fünf Jahre später immer noch unterwegs sind), ist das zusammensuchen aller notwendigen Bestandteile etwas schwieriger. Aber Dank Uwe, Kilian, Justin, Benny, Rookie Records und Disentertainment sind wir auf einem ziemlich guten Wege.

Für das kommende Jahr stehen bereits Konzerte in Bonner Bla (18.02.2017) und auf dem Orange Blossom-Festival (02. bis 04.06.2017) fest. Ich erinnere mich noch daran, wie ich um 1995 (also vor diesem Internet) bei Glitterhouse Records angerufen habe, weil ich dachte als Sub Pop-Vertrieb könnten die mir sagen, wo ich die Gitarren-Akkorde von Eric´s Trip herbekomme. Der Esel spielt ja ständig auf altehrwürdigen Veranstaltungen, der Anwalt aber recht selten. Ihr könnt Euch also gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue auf diesem Festival zu spielen. Überhaupt freue ich mich gerade recht häufig mit diesem Knallkopf in einer Band zu spielen.

Also Ihr Lieben, Danke für ein tolles 2016 und Prost auf ein ebenso schönes 2017. Bleibt tolerant, weltoffen und nett zu einander.

Liebe Grüße von Anwalt & Esel

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Echtholzstandby-Tour 2016
August 19, 2016, 11:22
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18.02.2017 Bonn – Bla (mit Karlsson)

02.-04.06.2017 Beverungen – Orange Blossom Festival

 



Tourtagebuch Teil 2: Berlin (29.04.2016) und Hamburg (30.04.2016)
Mai 2, 2016, 16:23
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Foto: Tommy

Endlich wieder Berlin, endlich wieder Hamburg. In beiden Städten haben wir bis jetzt erst einmal gespielt. Sträflich vernachlässigt, sozusagen. Deshalb haben wir eigentlich auch nicht erwartet, dass dieses Wochenende mit dem vorherigen Wochenende mithalten könnte. Konnte es aber. Aber der Reihe nach.

Am Freitag um 12:54 Uhr geht es für Team Rheinland, bestehend aus dem Glockenspielmädchen und dem Anwalt los. ICE, Platzreservierung, ein kaltes Bier und ein paar belegte Brötchen im Säcklein und die Magenschmerzen des Jahrhunderts. Ätzend, aber kneifen gildet nicht. Parallel fährt der Esel von Hamburg nach Berlin. Treffpunkt Monarch, so der Plan. Aber es kommt mal wieder anders. Während Team Rheinland bereits die Bühne aufbaut, steht Team Dave & Mighty (mit dem Auto aus Bielefeld) im Stau und Team Esel vor Potsdam („Aufgrund einer verwirrten Person im Gleis fahren wir bis auf´s Weitere nicht weiter“).

Nächster Treffpunkt also das Studio von RadioEins (RBB), dort sollen wir heute nämlich unsere erste Live-Session im Radio spielen. Jörkk kommt genau drei Minuten vor Sendebeginn am Sender an. Kurze Umarmung, schnelle Zigarette und schon beginnt ein überaus toller Abend. Moderator Knut Elstermann ist ein eloquenter und überaus sympathischer Gesprächspartner, wir hinterlassen einen okayen Eindruck und „Alles auf Nichts“ wird (fast) fehlerlos runtergespielt.

Also weiter zur Location, wo wir in einer knappen Stunde spielen müssen. Vor Ort angekommen ist Team Dave & Mighty auch schon da. Leider mit zerbeultem Auto und zerbeulter Laune. Dass sich später nur eine kleine Gruppe Zuschauer für diese tolle Band interessiert, lässt die Laune der beiden natürlich auch nicht besser werden. Manchmal ist alles scheiße. Sorry Ihr beiden. Holen wir noch mal nach. In geil!

Wir haben zu Beginn wieder mit einem lauten Publikum zu kämpfen. Dank eines super Tontechnikers und großer Spiellaune (nach dem fünften Bier ist auch der Anwalt wiederhergestellt; unterhopft gewesen?) kriegen wir aber immer besser die Kurve. Am Ende würde ich von einem super Konzert und einem tollen Abend sprechen. Zumal ein Haufen Freunde aus ganz Deutschland den Weg nach Berlin auf sich genommen haben. Hach, Ihr seid toll!

Hamburg, Hasenschaukel. Ich mache es kurz. Auf der Reeperbahn fliegen die ersten Böller gegen die Polizei, das sympathische Team hinterm Tresen erklärt mir, dass der Laden, in dem ich immer schon mal spielen wollte Ende Mai dicht macht, und ich bin so verballert, dass ich das Gitter vor dem Fake-Kaminfeuer anfasse, um zu gucken, ob meine Gitarre Schaden nehmen könnte, wenn ich sie vorne dran stelle… Ich sag mal so, eher suboptimale mentale Verfassung des Anwalts. Auch beim Esel gibt es leichte nervöse Anzeichen. Das anwesende Publikum kennt ihn nämlich nur von Love A.

Wie es war? Schaut Euch einfach die Fotos von Tommy unten an. Zwei glückliche Menschen auf der Bühne, die sich freuen, dass Ihr Hobby tatsächlich immer mehr Menschen dazu bewegt, sich den Quatsch von sich anzuhören. Den Dank an alle Beteiligten in Worte zu fassen, wäre für den Leser langweilig. Aber… ALLE die wir an diesem Wochenende getroffen haben, sollten sich mal gedrückt fühlen. Das war alles einfach super. Das Leben ist schön!

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Tourtagebuch Teil 1: Köln (22.04.2016) und Trier (23.04.2016)
Mai 2, 2016, 15:37
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Foto: Christina Kania

Unser zweites Album „Echtholzstandby“ ist nun endlich draußen. Das muss gefeiert werden. Also haben wir uns nicht lumpen lassen, und direkt vier CD-Release-Shows organisiert. Die ersten beiden auf Nummer sicher (Köln und Trier), Show 3 und Show 4 dann auf für uns ungewohntem Terrain (Berlin und Hamburg – siehe Teil 2).

An den Weg nach Köln kann ich mich so richtig gar nicht mehr erinnern, da ich tatsächlich ein bisschen aufgeregt bin. Schließlich haben wir heute sogar zwei Gastmusiker auf der Bühne (zusätzlich zu unserem mittlerweile ja schon zum Inventar gehörenden Glockenspielmädchen). Aber was soll ich sagen, bereits nach den ersten Tönen von „Zahnbürste“ ist jede Nervosität weg. Die ersten Reihen machen es uns nämlich extrem leicht und singen jede Zeile mit. Das Limes, einer unserer Lieblings-Clubs, ist sehr gut gefüllt, die Kaltgetränke fließen in Strömen und selbst unser Gastschlagzeuger Oli macht seinen Job (ungeprobt, wie es sich für Schreng Schreng & La La gehört) super gut. Als Zugabe spielen wir „Behind The Garage“ mit Kilian an der Mundharmonika, was ich persönlich wunderschön finde, und den Titletrack unseres neuen Albums. Köln, das war großes Kino. Dankeschön. Wir sparen uns heute eine Kompletteskalation, schließlich müssen wir am nächsten Tag weiter nach Trier.

Trier erwartet uns kalt und grau, empfängt uns aber gewohnt freundlich. Das Miss Marples gehört nämlich auch zu unseren Lieblingsläden und Barkeeper Tom wartet schon mit dem ersten frisch gezapften Bier auf uns. Kurz noch zum Love A-Proberaum, deren Bus ausladen, mit Schlagzeuger Karl die drei Songs zwei Mal angespielt und ab zurück zum Marples. Schließlich wartet da das leckere Bier und Essen a´la Card sowie…

… das lauteste Publikum, das wir je hatten (von Chemnitz mal abgesehen). Dabei ist das gar nicht böse gemeint von den gefühlt 150 Zuschauern. So dermaßen voll habe ich das Marples im Übrigen noch nie gesehen, was ich extrem schmeichelhaft finde. Trotzdem bin ich phasenweise echt froh, der Typ auf der Bühne zu sein, was mir nämlich ein bisschen Bewegungsspielraum gibt. Und so trifft es der Artikel von Treverer ganz gut, denn auch wir kommen kaum gegen die Bierseeligkeit des Publikums an. Das passiert und tat der guten Laune im Marples irgendwie auch keinen Abbruch. So soll es doch auch sein. Sorry an alle, die uns nicht gehört oder gesehen haben. Wir kommen bestimmt ganz bald wieder.

Trotzdem hatten wir in Trier, wie immer, einen super Abend. Die Anzahl an grandiosen Menschen ist hier einfach kaum zu überbieten. Hier fühl ich mich zu Hause, hier trinke ich gerne noch ein After-Show-Bier. Diesmal ohne Echtholzstandby des Anwalts, der nämlich am nächsten Mittag zur Geburtstagsfeier SEINES Anwalts eingeladen ist.

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Viel Schatten, wenig Licht…
April 11, 2016, 15:10
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Schreng_Schreng_Und_La_La_04 … okay, ganz so weit würde ich gar nicht gehen wollen. Trotzdem bin ich doch nicht ganz zufrieden mit unserem Tourstart in der Düsseldorfer Butze. Aber der Reihe nach.

Jörkk steht Freitagabend auf die Minute pünktlich in Oberbilk. Ich weiß gar nicht, wann das das letzte Mal passiert ist. Es muss auf jeden Fall so lange her sein, dass ich nicht damit gerechnet habe. Ich trödel nämlich noch in der Stadt vor mich hin, während Jörkk das Gefühl des Wartens kennen lernt. Gut, ihm ist so etwas ja – im Gegensatz zu mir – völlig egal. Und so wird nach dem ersten Hallo, dem zweiten Bier und der dritten Zigarette nur kurz geprobt – nämlich genau vier Lieder lang. „Das holen wir Samstag nach“, so der Plan.

Aber wie Pläne oftmals sind, spielen wir am nächsten Morgen zwar ein Stündchen, aber so richtig sitzen die neuen Songs dann doch nicht. Jetzt rächt es sich, dass wir uns den Tag mit anderen Terminen vollgepackt haben. Denn bereits um 15 Uhr sind wir bei EinsLive verabredet und sollen Simone vom Heimatkult Rede und Antwort stehen. Ich habe ja wirklich das Gefühl, dass man die gesamte Stunde im Radio laufen lassen könnte. Zumindest habe ich uns informativ, relativ geistreich und un-fass-bar sympathisch in Erinnerung (*hüstel). Mal gucken, was dann tatsächlich von der Redaktion zusammengeschnitten wird.

Danach sollen wir bereits um 18 Uhr in der Butze, einer wirklich sehr schönen Bar mit Hinterzimmer für kleine Konzerte, sein. Heute noch mal mit eigenem Equipment, so dass sowohl die Schlepperei, als auch der Soundcheck etwas länger ausfällt. Passt aber. Nach einem leckeren Essen aus der wirklich guten Küche der Butze gibt es noch ein Interview mit dem OX-Fanzine. Und nun ja, wie soll ich es sagen? Ich glaube, dass ich alles, was Schlaues aus mir raus wollte bereits in Köln gesagt habe. Dementsprechen kommt nur noch totale Grütze aus meinem Mund. Ganz schlimm, sorry Bianca. Auch hier bin ich gespannt, was die Gute da verfassen wird.

Schreng_Schreng_Und_La_La_06aDann geht es los. Und ich bin nervös wie Sau. Neue Songs, viele unbekannte Gesichter und ein kleiner Schnaps, nach dem ersten Song, der mir ehrlich gesagt den Schweiß auf die Stirn treibt. Ich bin doch sonst nicht so. Auf jeden Fall lege ich hier ganz offiziell den Mantel des Schweigens über die ersten 30 Minuten des Konzerts. Wann ruft schon mal der Produzent während des Konzerts auf die Bühne, dass man das Lied viiiiel zu schnell begonnen hat und man doch gefälligst nochmal anfangen solle. Öhm, viel schlechter kriegen selbst wir das nicht hin. 

Was unser Chaos-Duo aber so ein bisschen ausmacht ist ja, dass wir auch aus solchen Situationen immer irgendwie mit einem blauen Auge herauskommen. In der Butze klappt das aus zwei Gründen. Zum einen werden wir nach einer halben Stunde gefühlt immer besser (das hat mir sogar unser extrem kritischer Produzent Svän bestätigt), zum anderen legt auch das Publikum nach einigen Songs den Hebel um, und hilft uns so zurück in die Spur. Danke dafür, das haben wir gebraucht.

Und so ist es am Ende doch noch ein sehr schöner Abend, mit versöhnlichem Ende und einigen wirklich guten Gesprächen nach dem Gig. Unser Video „Ekel und Abscheu“, scheint viele Menschen erreicht und bewegt zu haben. Das ist gut und das ist wichtig.

In den kommenden zwei Wochen, werde ich auf jeden Fall meine Hausaufgaben machen und die neuen Songs solange spielen, bis sie mir aus den Ohren heraus kommen. Darüber hinaus werden wir die Pre-Order-Päckchen verschicken und noch an der ein oder anderen Überraschungen arbeiten. So planen wir gerade ein zweites Lo-Fi-Video und einen Remix für „Oslo“, einem unserer neuen Songs. Hierzu in den kommenden Tagen mehr. Wird aber super, versprochen.

So, und nun genießen wir noch ein paar Stunden Frühling, bevor der Regen wieder kommt.

Schreng Schreng & La La

PS: Foto – Tamara Reuter (Danke!)

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Ingo Appelt und die kleine Meerjungfrau
Januar 12, 2016, 16:33
Filed under: Tourtagebuch

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Freitag, 08.01.2016 – Plan B (Bielefeld)

Mit nur 35 Minuten Verspätung erreiche ich Bielefeld, aber trotz dieser wiedermal großartigen Leistung der Bahn während einer zwei Stunden langen Fahrt solch eine Verspätung rauszufahren, überwiegt die Vorfreude. Heute spielen wir nämlich mit dem Traum-Duo Dave & Mighty zusammen. Das sind immer tolle Abende, da die beiden Musiker tolle Menschen sind und zudem auch noch super Musik machen. Da darf man sich ja schon mal freuen, finde ich. Zumal die gesellschaftspolitischen Entwicklungen auf der Straße eher die Vermutung nahe legt, dass da draußen die weniger tollen Menschen in der Überzahl sind. Wir sollten wirklich ein bisschen aufpassen, dass die sogenannten „Wutbürger“ nicht zu stark werden. Der Weg zurück, dürfte sonst nämlich steinig und unangenehm werden.

Das Plan B, in dem wir heute auftreten werden, ist wahrscheinlich eine der schönsten Bars, in der wir jemals spielen durften. Tolle eingerahmte Bandplakate an der Wand, leckeres (vegetarisches) Essen aus der kleinen Küche und eine tolle Theken- bzw. Besitzer-Crew erleichtern uns den Einstieg in den Abend. Es wird gelacht, es wird getrunken und es werden alte Freunde begrüßt, was zu noch mehr Lachen und Trinken führt. Unser Auftritt ist grundsolide und macht Spaß. Jörkk verzweifelt am Kippschalter-Mikro während sein Anwalt mit zunehmender Spieldauer immer mehr mit seiner Motorik hadert. Uns ist es egal, wir haben einen super Abend, der später noch von Dave & Mighty getoppt wird, die Ihre Punkklassiker aus Lärmschutzgründen nicht im Eurodance-Kleid verpackt haben, sondern in lateinamerikanische Rhythmen. Super gut. Und während bei der Aftershow-Party gefühlt der ganze Saal tanzt, lachen und trinken wir an Theke noch das ein oder andere Kaltgetränk weg  #Echtholzstandby

Um 8 Uhr klingelt Jörkks Wecker. Wer Jörkk kennt, der weiß, dass der Gute eigentlich erstmal nicht wach wird. Daher sind seine Klingeltöne immer SEHR stressig (ich erinnere mich mit Grauen an einen Weckton, den er bei einer Cunstler-Probe aufgenommen hatte – ich hatte immer das Gefühl, ein Flugzeug startet neben dem Bett). Heute ist es das Krähen eines Hahns. In einer Lautstärke, mir bleibt fast das Herz stehen. 8 Uhr… wir haben doch noch zwei Stunden bis wir los müssen. Zum Glück schlafe ich, nachdem ich den Wecker ausgeschaltet habe, noch einmal ein.

Samstag, 09.01.2016 – Kohi (Karlsruhe)

Auf dem Weg von Bielefeld nach Karlsruhe machen wir halt in Düsseldorf. Der Versuch klar zu kommen scheitert, da wir das neue Album besprechen müssen. Hierzu gibt es dann später ein paar Zeilen. Nur so viel: Das Album heißt „Echtholzstandby“, erscheint auf Rookie Records und wird voraussichtlich Ende April veröffentlicht. Wir freuen uns schon sehr.

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Der Weg nach Karlsruhe verläuft super. Boardbistro, zwei (also vier) große Pils, in Mannheim umsteigen und schwupps holt uns unser alter Freund Fabian am Bahnhof ab. Den Rest des Abends in Worte zu fassen ist ehrlich gesagt etwas schwierig. Das Kohi, ein von der Stadt gefördertes Kulturzentrum, ist das krasse Gegenteil zur stylischen Kneipe des Vorabends, aber nicht weniger grandios und herzlich. Es gibt Kürbislasagne und Apfelkuchen zum Abendessen, leckere süddeutsche Biere und einen ziemlich guten Bühnensound (muss ja auch mal gesagt werden). Das Publikum ist perfekt. Ruhig während der Songs, kommunikativ während  der Pausen („Ey Jörkk, Du hast ja eine Frisur wie Ingo Appelt“) und gewillt, sich unseren Quatsch bis zum bitteren Ende (wir proben mal eben zwei neue Songs live auf der Bühne – früher mag man uns auch nicht von selbiger gehen lassen) anzuhören. So ein nettes Publikum belohnen wir natürlich gerne mit einem gefühlt perfekten Auftritt. Ganz ehrlich, für diese Momente liebe ich es, in einer Band zu spielen. Gegen drei Uhr geht es dann Richtung Schlafplatz, wo wir uns noch bis 5 Uhr mit Fabian festquatschen.

Um 8 Uhr klingelt Jörkks Wecker und wer Jörkk kennt, der weiß, dass der Gute eigentlich erstmal nicht wach wird. Diesmal war er nicht nur so schlau, selbigen wieder nicht auszuschalten, nein, er versteckt das Handy so tief in seinem Rucksack, dass ich trotz eines nahenden Herzinfarkt kurz davor bin, ihm mit dem nackten Hintern ins Gesicht zu springen, während ich krampfhaft mit meiner Handytaschenlampe den Reißverschluss seiner Tasche suche. 8 Uhr… wir haben noch zweieinhalb Stunden Zeit, bis der Zug zurück nach Düsseldorf fährt. Bin ich froh, dass wir nie länger als zwei Tage gemeinsam unterwegs sind.

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