Einsortiert unter: Tourtagebuch
Trier 17.05.2012 – ExHaus
Der Donnerstag beginnt mit der Suche nach einer zu meiner ec-Karte passenden Bank, deren Nichtauffinden zwischen Trier und Wasserbillig uns zuerst zum Dönerladen (Fehlende Alternative aus Geldmangel) bei Jörkk um die Ecke und danach ziemlich schnell auf Toilette (Fehlende Hygiene durch Bratmangel) führt. Super Start für einen 80%igen Hypochonder wie mich. Schließlich dachte ich zu diesem Zeitpunkt schon an eine mittelschwere Lebensmittelvergiftung. Der gewagte Versuch eine kalte Dose Premium-Bier zu trinken beweist eine knappe Stunde später – alles gut gegangen. Auf dem Weg ins ExHaus noch schnell Heike vom Bahnhof abgeholt und schwupps… Konzertmodus an.
Nach lecker Pizza und einer kleinen Probesession geht es dann auch recht bald los. Während Philipp Dunkel mit seinen Chuck Ragan-ähnlichen Songs ziemlich souverän das kleine Publikum rockt, ist der nachfolgende Singer/Songwriter ungefähr zehn Jahre zu spät. Zuerst über John K. Samson im Radio singen, dann „Aside“ covern… mir persönlich zu viel Klischee. Über unser Konzert schreib ich diesmal nichts, dass hat der Dirk nämlich schon getan. Klick Klick!
Nach einem kurzen Abstecher in die Villa Wuller, wo wir uns noch Corman anschauen wollten, ging es recht zügig nach Hause. Scharfe Nudeln, Bett, Wecker, Lachen beim Anblick von Jörkk auf dem Küchenboden (Danke, dass wir in Deinem Bettchen schlafen durften) und drei Stunden euphorielose Heimfahrt. Immerhin musste ich auf dem Rückweg nicht schon wieder einem toten Bambi und diversen anderen Jungtieren in die Augen schauen, die das links-rechts-gucken noch nicht erlernt hatten. Doofes Autofahren.
Bonn 19.05.2012 – Klangstation
Brückentage eignen sich ja hervorragend dazu mehr als ein Konzert am Wochenende zu spielen. Also waren wir mal so verwegen und haben direkt zwei Gigs gebucht. Reichtum und Alter nagen schließlich doch an der Motivation. Und seien wir ehrlich der eigene Küchenboden ist doch immer noch der schönste.
In Bonn-Bad Godesberg gibt es Top-Catering, kaltes Bier und einen großen Haufen Punker, der so schmerzfrei ist, sogar abgebrannte Musiker um Geld anzubetteln. Immerhin hat Tom, der Love A-Mercher ein Einsehen und spendet Geld und Zigaretten. Eine Bürste für den Iro, sowie Gästenlistenplätze hatte er aber auch nicht. Dafür bauen die Punks auf der anderen Straßenseite menschliche Pyramiden, um die Pro NRW-Plakate von den Laternen zu entsorgen. Richtig so.
Das Konzert hat dann ziemlich viel Spass gemacht. Mitten im Publikum, zwischen Kopfnuss-Verlag und Musiker-Kollegen spielten wir ein Sum 41-Gedächtnis-Set – „All Killer, No Filler“ oder so. Wer uns aber zu dieser unchristlichen Zeit auf die Bühne stellt… pff.
Der Rest des Abends ist schnell erzählt. Der Anwalt hat sich auf dem Weg zum Hot Dog-Wettessen (sechs) zwei mal in Bad Godesberg verfahren, ist in der Verlängerung des Bayern-Spiels eingeschlafen, nur um sich später in Monheim (?) mit der Security einer Hochzeit zu streiten. Das nicht geführte Gespräch mit dem Fahrer in Verbindung mit dem ausgeschalteten Radio waren halt doch zu laut. Das nächste Mal versuche ich es mit Luftanhalten. Unfreundlich. Der Polytoxiker hingegen hat mit seiner anderen Band, den grandiosen Love A, die Klangstation in Grund und Boden gerockt und ist im Bla wie gewohnt versackt. Alles in allem also ein sehr zufriedenstellendes Wochenende… Zumindest klang das am Sonntagabend beim traditionellem „ichwolltemalhörenobdunochlebst“-Anruf des Anwalts so.
Nächster Halt 23.06. Köln! Alle hin da!
Einsortiert unter: Tourtagebuch
… oder wie ich versucht habe, ein Tourtagebuch zu schreiben.
Liebes Publikum, Lieber Jimi, Liebes 4WändeMarie,
Ihr seid ganz schön toll und habt uns am vergangenen Samstag einen der schönsten Konzertabende beschert, den wir in vier Jahren Schreng Schreng & La La erleben durften – Laut unserem Label-Chef war es gar das beste Konzert mit uns, dem er je beiwohnen durfte (waren ja immerhin gefühlte vier Stück. Anm. vom Anwalt). Okay, der ein oder andere Ton war etwas schief und auch der Gitarrist hat ein oder zwei Mal daneben gegriffen. Aber mal ehrlich: hat das irgendjemanden interessiert? Geschweige denn bemerkt? Eher nicht. Sogar die Setlist war diesmal komplett und dank des tollen Publikums konnten wir sogar “Glimmen” live spielen. Das ist ja nicht immer möglich. Großartig!
Ein besonderer Dank geht auch an die liebe Diana, die die Aftershow-Sause in einer uns sehr bekannten Wohnung “bereitstellte”. Oberbilk still rules! Danke, danke und nochmals DANKE.
Wir verbleiben begeistert und mit einem dreifachen “Am Wochenende kommen deine Eltern!“
Schreng Schreng & La La
Einsortiert unter: Tourtagebuch
Gegen 13:30 Uhr in Nettersheim sein, um sich von JOSH AND STEVE einsammeln zu lassen und anschließend nach Rheine zu Don Conny und seiner zauberhaften Familie zu fahren. Klingt machbar.
13:22 Uhr: Ich wache in der Küche eines Rappers in Trier auf, nachdem sein Mitbewohner, ein Punk, mich dort hin verfrachtet hat, um Schlimmeres zu vermeiden. Es fehlen ein Kapuzenzipper, meine Tasche und die meisten Erinnerungen an die Nacht davor. Ich sprinte mit offener Hose zum Hauptbahnhof, während mein Anwalt mir die nächste Zugverbindung via SMS schickt, um mich nicht anschreien zu müssen.
15:29 Uhr: Ich bekomme von Kilian „The Voice“ respektive „The Dick“ Bungert eine Dose Energydrink in die Hand gedrückt, danke, trinke sie in einem Zug aus und schlafe dann augenblicklich auf der Gitarre von Flo „The Face“ Kurten ein.
19:32 Uhr: Rheine. Als hätte es MUFF POTTER nie gegeben, dümpelt diese nach Pipi riechende „Perle“ von einer Kleinstadt auch 2012 noch vollkommen kulturlos vor sich hin. Dazu passt hervorragend, dass Schreng Schreng & La La heute Abend hier sind, um Connys Fußboden mit Konfetti einzusauen. CASA BARÖNCHEN heißt der Laden, den unsere Mallorca-Connection Don Conny hier am Start hat. Herrgott – WIE SCHÖN ist dieses Gasthaus? Wiedersehensfreude, die ersten Biere und eine katastrophale Billiardpartie später, scheint wieder alles im Lot zu sein. Kurz überlegen… Doch. Ja. Alles gut: Mein Anwalt hat mich trotz allem noch immer lieb, die Kaltgetränke sind kostenlos und die wundervolle Tina, die bereits auf Mallorca trotz Hosenlosigkeit und offensichtlichem Schwachsinn auf mich aufgepasst hat, ist auch am Start, um uns mit ihrem Lächeln zu beschenken.
21.45 Uhr: Während unser Busfahrerin Dani mit mäßigem Erfolg versucht, auf Bandfotografin umzuschulen, legen JOSH AND STEVE ein astreines Set der Spitzenklasse hin und locken die ersten Restaurantbesucher und jungen Frauen hinter dem Ofen hervor. Meine Güte: Jung, begabt, gutaussehend. Mein Neid boxt im Kettenhemd gegen meine Altersmilde. Apropos „jung, begabt und gutaussehend“ – Nichts von alledem gibt es im Anschluss zu erleben… Dafür 110% SCHRENG SCHRENG & LA LA. Billige Tricks wie Gratisschnäpse und Konfetti aus der Hosentasche – dazu ein doppeltes Quantum abgestandener Altpunker Charme und der beste Anwalt, dem man jemals eine Gitarre umgehängt hat. Siehe da: Läuft trotzdem. Irre. Was ist bloß mit den Leuten nicht in Ordnung? Auch egal. Der Rest lässt sich nicht in Worte fassen. Stichworte müssen reichen, malt euch selbst ein schmutziges Bild: Mehr Schnaps, mehr Sekt, kaputte Popos, eine Eckbadewanne (!), Küsse, Schläge, Schreie, NOCH mehr Schnaps, seriöse, alleinstehende Frauen ohne CD Player, ein Hund, kein Pferd, lachen, tanzen, schießen, Irrsinn. DANKE. Ich gehe jetzt mal eine rauchen und versuche, die Erinnerung an diesen Abend in das goldene Geheimkästchen meines Gehirns zu quetschen, wo ich sie raus nehmen und streicheln kann, wann immer ich möchte. Oh what a night.
Um es mit unserem Heilpraktiker zu sagen (mit Heliumstimme): „Haut Rheine!“
Einsortiert unter: Tourtagebuch
Immer wenn die Bad Tölzer Rockband Scorefor (samt Crew) auf das kongenialen Super-Duo Schreng Schreng & La La trifft, ist eins gewiss: Es wird feucht-fröhlich, es wird spät und es wird am nächsten Tag wehtun.
Den vergangenen Samstag jetzt abzufeiern ist irgendwie blöd, schließlich habe ich im letzten Blogeintrag so ziemlich alles in Frage gestellt, was man so in Frage stellen kann. Aber wie soll man nicht euphorisch werden, wenn beim Öffnen der Tür eine 30 Meter lange Schlange vor der Location steht? Und wie soll man nicht euphorisch werden, wenn vom Soundmann, über A Hurricane´s Revenge und Scorefor bis hin zur kompletten Belegschaft der Discothek Lenz, alle so super toll waren? Dazu kommt, dass Jörkk und ich uns bei ein paar Zigaretten darauf geeinigt haben, uns erst dann aufzulösen, wenn wir die 100 verkauften CDs geschafft haben. Stand heute 89.
Nach einem grandiosen Set von AHR, durften wir gegen 22 Uhr auf die Bühne. Im Publikum viele liebe Freunde aus der Eifel und Düsseldorf, unser Label (Disentertainment) aus Bonn und der verrückte Steve aus Luxemburg. Im hinteren Teil sammelten sich noch ein paar junge FC-Fans, die sich über den 4:0-Sieg der Kölner so doll gefreut haben, dass sie ganz vergessen hatten, Ihr Hirn wieder einzuschalten. Die immer lauter werdenden Buhrufe waren trotzdem sehr lustig. Das nächste mal versuchen wir noch einen Song von Brings mit einzubauen.
Dass Scorefor auch nach längerer Eifel-Abstinenz das Lenz ausverkaufen würden, hätte ich mir nicht erträumen lassen. Ich wäre schon mit der Hälfte der verkauften Karten zufrieden gewesen. Tja, die Eifel ist eben nicht Wuppertal. Die Jungs aus Bad Tölz sind nach mehr als zehn Jahren auf den Bühnen dieser Welt einfach unglaublich tight und souverän. Und eine Coverversion des 1990er-Jahre Hits „Zombie“ von The Cranberries so stilsicher und toll aus dem Ärmel zu schütteln, muss ja auch erst mal bringen.
Während die Bayern noch ein zwei alte Hits rausfeuern trinken wir uns in eine ziemlich ausgelassene Stimmung. Eine ganz andere Nummer ist der aus Luxemburg mitgebrachte Zimtschnaps (mit Blattgold), der die Eskalations-Stufe um mindestens drei Punkte erhöht. Der Rest des Abends verschwimmt im Nebel und endet um 9 Uhr morgens in meinem Bett – ohne Brille, mit blutigen Knien und einem Umweg über das Schleidener Krankenhaus, wo der andere Teil von Schreng Schreng & La La die Nacht verbringen musste… Irgendwie bin ich dann doch froh, dass ich nicht jedes Wochenende mit Jörkk auf die Bühne muss.
Einsortiert unter: Tourtagebuch
…oder „Wir kommen, um uns zu beschweren!“
Ich mag das nicht… alleine auf der Bühne stehen. Irgendwie fehlt mir der Gegenpart. In unserem Fall hat der jedoch andere Pläne. CD und 7inch müssen trotzdem promotet werden. Also versucht man mit sinnlosen (Internet-)Radio-Auftritten oder Kurzauftritten bei Konzerten die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Klappt nicht. Muss an mir liegen.
In Wuppertal schaffen es gerade mal 30 Zuschauer zu Luke Leighfield (der immerhin die Woche vorher noch durch China und Russland tourte) und Hello Piedpiper, der ja nun mal zu den besten Songwritern dieses Landes gehört. Schade. Und so hielt sich auch das Interesse an Stargazer und unserer 7inch schwer in Grenzen.
Stellt sich also die Frage: “Wozu das Ganze?” Um die eigene Profilneurose zu befriedigen? Nein, ganz bestimmt nicht. Dafür reichen solche Konzerte einfach nicht. Vielleicht um sich als richtiger Künstler im Kulturbetrieb zu fühlen (im Übrigen, was immer vergessen wird… ja, auch wir sind Teil einer SubKULTUR)? Kann sein, war aber nie der primäre Antrieb. Um Geld damit zu verdienen? Hihi… Oder um ein gutes Gefühl und Spaß an der Sache zu haben? Ja, genau aus diesem Grund macht man Musik, bzw. sollte man Musik machen – Spaß und Idealismus und der Wille das Publikum (auf positive Art und Weise) zu Unterhalten!
Die Frage ist aber… Macht es noch Spaß? Die zwei Minuten mit Hello Piedpiper auf der Bühne und die netten Worte aus dem Publikum nach dem Konzert machen es irgendwie erträglich. Aber Spaß? Nein, Spaß macht das alles manchmal wirklich nicht. Dafür ist das Desinteresse von den verschiedensten Seiten einfach zu groß.
Dazu kommt, dass mir jedes Mal die Veranstalter leid tun (Jörkk und ich sind ja selbst Veranstalter und wissen wie der Hase läuft), die sich den Arsch aufreißen und am Ende vor der traurigen Entscheidung stehen, den Musikern irgendwas zwischen 10 und 70 Euro auszuzahlen, oder selbst einmal kostendeckend zu arbeiten. Das etwas zerknirschte Gesicht und die Zweifel der Veranstalter kann ich nur zu gut nachvollziehen. Denn auch für sie stellt sich die Sinnfrage. Mit der selben Argumentation.
Vielleicht sind da draußen einfach zu viele Singer/ Songwriter und zu viele Bars, die solche (auch schlechte) Musiker buchen. Das zumindest würde erklären, warum so wenig Publikum zu den Shows kommt. Vielleicht sind aber auch fünf bis sieben Euro Eintritt für (inter)nationale Künstler zu viel. Die Argumentation lasse ich aber einfach nicht gelten. Schließlich gibt es genügend Menschen, die mal locker 85 Euro für eine abgehalfterte Rockband bezahlen, die dann auch noch T-Shirts für 40 Euro verkauft (inkl. EC-Karten-Lesegerät am Merchstand). In Düsseldorf bekommt man in der Altstadt im Übrigen für 4,80 Euro eine 0,5er Flasche Grolsch. Nur mal als Vergleich, was Subkultur heute Wert ist.
Kommende Woche spielen wir in der Eifel. Zusammen mit Scorefor und A Hurricane´s Revenge. Die Facebookgruppe hat momentan 56 Zusagen…
Liebe Grüße vom Schreng Schreng
PS: Die Überschrift ist im Übrigen ein Zitat eines Zuschauers. In einem ruhigen Raum mit gerade mal 20 Zuschauern könnte man sich so einen Satz ja mal knicken… zumindest, wenn der Typ, den keiner kennt, bereits auf der Bühne steht und seine Gitarre stimmt.
Einsortiert unter: Tourtagebuch
Verdammt, eigentlich wollten wir hier und heute so ein richtiges Witze-Fest starten. Aber Jörkk ist krank, und ich bin unlustig. Ergo: Ihr bekommt einen spaßbefreiten aber umso seriöseren Abriss des vergangenen Wochenendes. Seid euch sicher, irgendwann haben wir die Eckbadewanne, wenn wir jetzt schon 600er-Großraum-Discos begeistern, kann das mit der Kohle nicht mehr Lange auf sich warten lassen. Aber der Reihe nach:
Freitag, 07.10.2011
Anreisetag. Während sich Reisegruppe Düsseldorf bereits um 9 Uhr morgens mit einer Curver-Box voller Seifenblasen und Konfettikanonen auf den Weg nach Bad Tölz macht, startet Reisegruppe Bonn/Koblenz einige Stunden später, was sich an einem Freitag Abend natürlich rächen sollte. Während Heike und ich bereits pünktlich um 20 Uhr im Bad Tölzer „Blu“ das erste „Helle“ öffnen, sitzen Anna, Christina (danke für´s Fahren) und Jörkk noch in Stuttgart fest.
Die Diskothek Blu ist eine typische R´n´B-Disco. Viele bunte Lichter, eine schön geschwungene Theke und Werbung an den Wänden und der Empore. Freitag ist Hip Hop-Tag. Und fast 1.000 Kids feiern ausgelassen zu Musik, die ich mir definitiv nicht angucken mag. Das eher affige Bühnengehabe samt Ghetto-Look (siehe Homepage) der österreichischen Mundart Rapper „Die Vamummtn“ muss ich zum Glück nicht mehr verstehen.
Samstag, 08.10.2011
Ein Tag, so grandios, wie er nur grandios sein kann. Um 10 Uhr frühstücken wir mit den Jungs von Scorefor und No Fun At All im „Neuwirt“. Es schneit draußen, drinnen gibt es Weißwurst und (zum Glück) Pils. Die Schweden sind unglaublich nett, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie in ihrer 20-jährigen Karriere eh schon alles gesehen haben. Da kann ein Weißwurst/Bier-Frühstück mit zwei weiteren Bands, Jungs aus dem Dorf und sämtlichen Spielerfrauen auch nicht schocken.
Das „Der Süden bebt“-Festival beginnt heute bereits um 16 Uhr mit einer handvoll Nachwuchsbands, die die Chance bekommen auf einer professionell organisierten Veranstaltung aufzutreten. Wir sollen gegen 21 Uhr auf die Bühne. Der Raum mit ungefähr 600 Menschen schon äußerst gut gefüllt. Und während ich mich bei den ersten fünf Songs noch über die fragenden Gesichter im Publikum wundere (und nebenbei vergesse Gitarre zu spielen), bekommen „Schnuffi der Hund“, unsere drei „Sternenwichte“ und Jörkk das Publikum immer besser in den Griff. Das Ende vom Lied… Scorefor Sänger Kropi singt Oberbilk mit Jörkk im Duett, dazu tanzen drei bunt-kostümierte Wichte hinter uns über die Bühne. Und während die eine Hälfte des Publikums mit den Armen in der Luft an ein Pur-Konzert denkt, stagedived Schnuffelchen in die mittlerweile höchst belustigte andere Hälfte. Karneval meets Großraum-Disco meets Punkrock meets Kleinkunst. Irrsinnig trifft es wohl am ehesten. Danach gibt es Scorefor, No Fun At All und Bier im (ich sag jetzt mal) fünf Minuten Takt. Klar, dass es irgendwann Opfer gibt, zu denen wir zur Abwechslung nicht wirklich gehören. Danke Bad Tölz… das war ganz schön toll.
Sonntag, 09.10.2011
Abreisetag der Reisegruppe Bonn/Koblenz und Idylle pur in Bad Tölz!
Montag, 10.10.2011
Es ist ja fast schon surreal, aber die Hauptschule in Geretsried (?) hat in der Tat unsere Texte im Deutschunterricht besprochen, so dass ich mich am Montag vor 60 Neuntklässlern wiederfinde und Fragen zur Band und unseren Texten beantworte. „Hat Euer Sänger ein Alkoholproblem?“, „War die Heike der Hund?“ und „War der Hund betrunken?“ sind meine persönlichen Höhepunkte einer sehr kurzweiligen Doppelstunde. Aber auch tiefsinnige Fragen über das Musikbusiness oder Jörkks Seelenstriptease bei „Glimmen“ werden von mir sehr souverän auf Jörkks Kosten beantworten. Danach „Summer“ und „Oberbilk“ (mit Kropi als Sänger). Applaus, Schulterklopfen, Autogramme… Freude.
Sehr geehrte Oberbayern,
HEGDL… kein Scheiß!
(Fotos von Heike Schell und Maria Ortsen – Danke)
Einsortiert unter: Tourtagebuch
Trier, 14.09.2011 – 11:17: Hi Lasse, komme ne stunde später, habe meinen Bus und damit auch den Zug verpasst. möööp! Bin zehn nach drei da.
Düsseldorf, 14.09.2011 – 11:19: Idiot! Machen wir Wackelpudding Schnaps?
Blankenheim, 14.09.2011 – 13:32: Glaube ich sitze im falschen Zug. Bin in Blankenheim. Aber passt schon. Steig ich halt in Köln um, statt Koblenz. Herr schick Gehirn.
Düsseldorf, 14.09.2011 – 13:50: Alter, beweg Deinen Arsch hierhin. Zugfahren kann doch nicht so schwer sein. Meine Fresse.
Eifel, 14.09.2011 – 13:58: Ich fahre ja Zug. Oh du wunderschöne Eifel… Alles läuft nach Plan. Nach Plan B.
ZAKK, 14.09.2011 – 17:40: “Hallo wir sind Schreng Schreng & La La und wir spielen heute im Pretty Vacant. Es geht um 20 Uhr los und es erwartet Euch ein Massaker der schlechten Witze und ein bisschen Singer-/ Songwriter Kram mit Gitarre und Gesang und wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr vorbei kommt.“
Oberbilker Markt, 14.09.2011 – 18:15: Die war schon so ein burschikoses Häschen
Pretty Vacant, 14.09.2011 – 22:22: Das Mikro stinkt so sehr, dass ich morgen bestimmt Herpes davon bekomme. Oh, jetzt habe ich es auch noch mit dem Mund berührt. Verdammt.
Pretty Vacant, 14.09.2011 – 22:39: Ich besitze mehr Freunde als Leergut 2.0
Düsseldorf, 15.09.2011 – 12:53: Marillen-Ulf sei dank, kein Herpes.
Einsortiert unter: Tourtagebuch
Ich mag Bonn. Auch wenn die Studienjahre an der juristischen Fakultät in der ehemaligen Bundeshauptstadt sicherlich nicht zu den Highlights meines Lebens gehören, ein paar gute Freunde haben sie schon abgeworfen (wobei gestern für den ein oder anderen der Tatort offensichtlich lukrativer erschien, als das Bierchen mit dem verlorenen Sohn – Skandal!).
„Sunplugged“ ist eine sehr unterstützenswerte Veranstaltungsreihe in Bonn. Abwechselnd werden Nyx und Maya bespielt. Zwei Bands sowie ein Open-Mic im Anschluss. Essen & Trinken top! Technik top! Künstlerbetreuung top! Alles sehr sehr cool. Muss ja auch mal gesagt werden.
Die erste Band gefiel, auch wenn ich persönlich die Probleme mit dem Monitorsound auf der Bühne nur schwerlich nachvollziehen kann. Entweder sind wir zu doof/schlecht/taub, oder einfach nur ignorant, aber ein Blick zwischen Jörkk und mir reicht aus und das Problem hat sich erledigt. Einfach ausschalten und unter Wettkampfbedingungen zeigen, dass der Sound auf der Bühne überbewertet ist. Klappt ganz gut. Auch wenn das Publikum für solch eine Veranstaltung zu laut war, die Seifenblasenmaschine schon wieder für Verstimmungen sorgte (Seifenblasen beißen nicht) und das einzige Highlight Jörkks dreiminütiger Versuch war, die Konfettikanone abzuschießen. Vom Feeling her war das ein gutes Gefühl.
Open-Mics sind hingegen immer so eine Sache. Natürlich kann man kleinen Perlen dabei zugucken, wie sie ihre ersten Bühnenerfahrungen sammeln. Aber leider kann man auch Lenny Kravitz-Coverversionen samt Publikumsannimation erleben. Ein Konzerterlebnis, auf das man ja irgendwie auch verzichten könnte. Wobei… hat ja funktioniert – sogar an unserem Tisch. Hit bleibt eben Hit.
Normalerweise ist es ja so, dass Herr Mechenbier für die Eskalation im Hause Schreng Schreng & La La zuständig ist. Aber altersweise wie er nun mal ist, blieb er dieses eine Mal nüchtern und kutschierte seine Zukünftige sicher aber mit Umweg („Da war kein Schild auf dem »Richtung Bonn« stand“) mit dem Auto ins Rheinland und zurück. Die Fanboys und –girls wechselten derweil ins Blow Up, um DJ Buzz Pop in Höchstform erleben zu dürften… Hazel, Lemonheads, Schnaps, Hole und Schnaps hintereinander. Gage versoffen, Mission completed!
Einsortiert unter: Tourtagebuch
Trier – Ex-Haus (Support von Listener)
Warum fährt man während der Woche 450 Kilometer nach Trier und zurück, um im Vorprogramm eines amerikanischen Musikers einen 30-minütigen Auftritt zu spielen? Die Frage ist rational betrachtet ziemlich berechtigt. Am Geld kann es nicht liegen, denn das ist an diesem Abend komplett an Benni (Druckwelle Design) gegangen, der unser CD-Artwork gezaubert hat, was bedeutet, dass der jetzt so reich ist, dass er LOCKER 2x Eis essen gehen kann… mindestens. An den Heerscharen ausflippender Schreng Schreng & La La-Fans liegt es auch nicht, zumindest noch nicht. Also warum?
Vielleicht liegt es daran, dass man sich vor 20 Jahren für diesen (richtigen) Weg entschieden hat. Weil es schön ist, dass selbstverständlich auch vegetarisches Essen auf dem Grill liegt, weil es Menschen gibt, die Seifenblasenmaschinen kaufen, nur um sie uns vor dem Konzert zu schenken, weil der Veranstalter mit sich hadert, weil er gerne mehr Gage bezahlt hätte (obwohl ohne Worte bereits mehr gezahlt wurde, als ausgemacht war), weil befreundete Musiker und Autoren schon vor dem Auftritt das nächste Konzert mit Dir planen und weil ein Großteil der Menschen im Publikum genau aus diesen Gründen zu solchen Veranstaltungen geht.
Irgendwie ist es scheiße, nach vier Stunden Schlaf aufzustehen, einen Kater zu haben und doch zur Arbeit zu müssen. Aber es ist viel einfacher, wenn man weiß warum man sich den ganzen Quatsch antut. Unser Konzert im Ex-Haus (Open-Air) war im Übrigen klasse, die Seifenblasenmaschinen funktionieren, mussten aber ausgestellt werden, weil sie das Equipment des Hauptacts besudelten. Der Weg nach Hause war lang und ätzend. Immerhin hatte ich Jemanden an meiner Seite, der mich heile nach Hause gebracht hat. Muss man ja auch mal erwähnen, dass unsere Frauen den Blödsinn auch noch mitmachen. Danke alle!
Einsortiert unter: Tourtagebuch
Grevenmacher – Kulturhof (Wasserbillig – Musikschule)
Tja, was sagen einem Ansagen wie „Luxemburg ist voll schön, ich komme morgen wieder… zum Tanken.“, oder „Das ist meine Freundin, sie ist ein Frosch.“? Richtig, wir hatten offensichtlich nicht unseren besten Tag, dafür aber im Vorfeld wohl einen höllischen Durst. Wir hoffen sehr, dass die liebe Heike den Frosch nicht in den falschen Hals bekommen hat und die Live-Aufnahmen des Konzerts NIEMALS veröffentlicht…
Dabei hatte Veranstalter Steve nach ein paar Problemen im Kulturhof Grevenmacher (Anm.: Anstiftung zur Brandstiftung vom Anwalt zensiert!) eine nette Location (die Musikschule in Wasserbillig) sowie ein nettes Publikum (25 tolle Menschen) organisiert. Nach einer kleinen Irrfahrt durch das benachbarte Großherzogtum mit den moderaten Zigaretten- und Benzinpreisen überzeugten dann Jimi Berlin und Alexander Gräbeldinger im Vorprogramm mit ihren sehr unterhaltsamen Texten und legten die Messlatte derart hoch, dass Schreng Schreng & La La (in Schlangenlinien Anlauf nehmend) gar nicht mehr drüber hüpfen konnten… Jimi Berlin konnte zusätzlich mit einem tragbaren Plattenspieler und einer 7inch der THE TEENS punkten. Ach, es war einfach köstlich.
Anschliessend hiess es dann bei uns “Gimme gimme gimme gimme gimme your Love” – und das Publikum kam dieser Aufforderung tatsächlich nach. Dafür danken wir – denn das war bei der handwerklichen Nullnummer, die wir auf der Bühne hinlegten keine Selbstverständlichkeit. Aber abgestandenem Trinker-Charme und Pennäler-Humor sei Dank: Die Leute schienen sich trotz aller Widrigkeiten köstlich zu amüsieren. Beim nächsten Mal schreiben wir jedenfalls deutsches Premium-Bier auf den Tour-Rider (Notiz an mich selbst), denn damit können wir offensichtlich besser umgehen, als mit diesen gelb-grünen 0,5er Dosen aus Luxemburg… Merci, Äddi und auf bald!












