Schreng Schreng & La La


Jetzt kommt der Typ, den keiner kennt…
Dezember 3, 2011, 12:31
Einsortiert unter: Tourtagebuch

…oder „Wir kommen, um uns zu beschweren!“

Ich mag das nicht… alleine auf der Bühne stehen. Irgendwie fehlt mir der Gegenpart. In unserem Fall hat der jedoch andere Pläne. CD und 7inch müssen trotzdem promotet werden. Also versucht man mit sinnlosen (Internet-)Radio-Auftritten oder Kurzauftritten bei Konzerten die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Klappt nicht. Muss an mir liegen.

In Wuppertal schaffen es gerade mal 30 Zuschauer zu Luke Leighfield (der immerhin die Woche vorher noch durch China und Russland tourte) und Hello Piedpiper, der ja nun mal zu den besten Songwritern dieses Landes gehört. Schade. Und so hielt sich auch das Interesse an Stargazer und unserer 7inch schwer in Grenzen.

Stellt sich also die Frage: “Wozu das Ganze?” Um die eigene Profilneurose zu befriedigen? Nein, ganz bestimmt nicht. Dafür reichen solche Konzerte einfach nicht. Vielleicht um sich als richtiger Künstler im Kulturbetrieb zu fühlen (im Übrigen, was immer vergessen wird… ja, auch wir sind Teil einer SubKULTUR)? Kann sein, war aber nie der primäre Antrieb. Um Geld damit zu verdienen? Hihi… Oder um ein gutes Gefühl und Spaß an der Sache zu haben? Ja, genau aus diesem Grund macht man Musik, bzw. sollte man Musik machen – Spaß und Idealismus und der Wille das Publikum (auf positive Art und Weise) zu Unterhalten!

Die Frage ist aber… Macht es noch Spaß? Die zwei Minuten mit Hello Piedpiper auf der Bühne und die netten Worte aus dem Publikum nach dem Konzert machen es irgendwie erträglich. Aber Spaß? Nein, Spaß macht das alles manchmal wirklich nicht. Dafür ist das Desinteresse von den verschiedensten Seiten einfach zu groß.

Dazu kommt, dass mir jedes Mal die Veranstalter leid tun (Jörkk und ich sind ja selbst Veranstalter und wissen wie der Hase läuft), die sich den Arsch aufreißen und am Ende vor der traurigen Entscheidung stehen, den Musikern irgendwas zwischen 10 und 70 Euro auszuzahlen, oder selbst einmal kostendeckend zu arbeiten. Das etwas zerknirschte Gesicht und die Zweifel der Veranstalter kann ich nur zu gut nachvollziehen. Denn auch für sie stellt sich die Sinnfrage. Mit der selben Argumentation.

Vielleicht sind da draußen einfach zu viele Singer/ Songwriter und zu viele Bars, die solche (auch schlechte) Musiker buchen. Das zumindest würde erklären, warum so wenig Publikum zu den Shows kommt. Vielleicht sind aber auch fünf bis sieben Euro Eintritt für (inter)nationale Künstler zu viel. Die Argumentation lasse ich aber einfach nicht gelten. Schließlich gibt es genügend Menschen, die mal locker 85 Euro für eine abgehalfterte Rockband bezahlen, die dann auch noch T-Shirts für 40 Euro verkauft (inkl. EC-Karten-Lesegerät am Merchstand). In Düsseldorf bekommt man in der Altstadt im Übrigen für 4,80 Euro eine 0,5er Flasche Grolsch. Nur mal als Vergleich, was Subkultur heute Wert ist.

Kommende Woche spielen wir in der Eifel. Zusammen mit Scorefor und A Hurricane´s Revenge. Die Facebookgruppe hat momentan 56 Zusagen…

Liebe Grüße vom Schreng Schreng

PS: Die Überschrift ist im Übrigen ein Zitat eines Zuschauers. In einem ruhigen Raum mit gerade mal 20 Zuschauern könnte man sich so einen Satz ja mal knicken… zumindest, wenn der Typ, den keiner kennt, bereits auf der Bühne steht und seine Gitarre stimmt.

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