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“Nach langer Zeit der Berieselung, des Hörens und des Versuchs zu verstehen kann ich das Album „Berlusconi“ als wirkliche Bereicherung für den bewussten Musikhörer unserer Epoche anpreisen. Jedes Lied kann ohne das andere existieren, da die Themen präsent sind und die Musik tatsächlich betörend wirkt.”
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Danke Tamara, für dieses ausführliche Auseinandersetzen mit “Berlusconi”!
30.05.2013 Düsseldorf – Kassette (mit Picnic On The Hill)
31.05.2013 Chemnitz – Exil (mit Nora Noormann)
01.06.2013 Leipzig – tba
22.06.2013 Frankfurt a.M. – Exzess (Mit Alex Gräbeldinger, Falk Fatal)
06.07.2013 Köln – Limes
Großer Durst – Kleines Wohnzimmer-Tour 2013
29.06.2013 Im Wald irgendwo bei Trier
10.08.2013 Trier
07.09.2013 Bayern
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Oh Backe.
19.04.2013 – Der Sänger singt mit seiner Zweitband in einem rappelvollen Ex-Haus in Trier, während der Gitarrist mit einem guten Freund einen Ausflug zum Fußballspiel VFL Bochum gegen St. Pauli macht. Das Ergebnis ist das selbe. 3:0 für den Kater.
20.04.2013 – Der Weg von Düsseldorf nach Trier führt mich über die Eifel. Dort lade ich Kilian ein, der mich zum Glück begleitet. Alleine mit dem Auto nach Trier geht mental auf keinen Fall.
In Trier angekommen ist Jörkk noch mit aufräumen beschäftigt. Also erst mal Currywurst Pommes „scharf“. Ich dachte Jörkk wäre fürs Schwitzen verantwortlich. Aber gut, die Lebensgeister sind zumindest partiell wieder erweckt. Wir starten gegen 18:30 Uhr unser Konzert im Tante Guerilla, dem coolsten Laden in Trier. Heute ist Record Store Day, und einige Platten wechseln ihren Besitzer.
Unser Konzert besticht vor allem durch Improvisation. „Back To The Roots“ denke ich und verballer den Übergang bei „Natalie“ zielsicher zum dritten Mal. Zufrieden ist anders, scheiße aber auch, und so klopfe ich Jörkk auf die Schulter und hoffe, dass kommende Woche auf dem Keinkultur kein Exzess den Freitagabend ruiniert.
Auf dem Weg nach Hause landet eine Suizidgefährdete Eule direkt vor mir auf der Autobahn. Schönes Tier, dass ich zum Glück nicht erwische. Den Rest des Weges überlege ich, wie viele Eulen ich in freier Wildbahn in den vergangenen 15 Jahren wohl gesehen habe. Mir fällt keine ein.
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800 Kilometer für ein einzelnes Wohnzimmerkonzert? Klaro… mit dem allergrößten Vergnügen sogar. Also Fulda. Da war ich noch nie. Der Hinweg ist entspannt, wie selten. Jörkk und ich treffen uns am Bonner Hauptbahnhof – der Zug ist pünktlich und Herr Mechenbier sitzt sogar drin. Perfekt.
Im Auto dann erst einmal fachsimpeln, ob die neue Turbostaat gut oder schlecht ist (Urteil Jörkk: Grandios / Urteil Lasse: Geht so) und warum es Mudhoney immer noch nicht geschafft haben ein richtig gutes Album abzuliefern. Zumindest da sind wir uns einig. Nach dem vierten Song fliegt die CD wieder aus dem Player.
In Fulda begrüßt uns unsere Gastgeberin Julia mit Bier und selbstgemachten Häppchen. Sehr gut. Nach kurzer Probesession (sechs Minuten) und einem weiteren „Kennenlern-Bier“ kommen auch schon die ersten Gäste. Ein bisschen eingeschüchtert bin ich ja schon, schließlich wird hier heute englisch und spanisch gesprochen. Im Publikum eine wirklich fantastische Mischung aus Deutschen, Spaniern, Chilenen, Brasilianern und Rumänen. In der Band zwei Sprachakrobaten, die sich grandios durch die Ansagen kauderwelschen. Jörkk beeindruckt mich zuerst mit seinen technischen Fähigkeiten (Wohnzimmerlampe ab) und dann mit seinen Spanischkenntnissen („Donde estas la zapateria?“).
Die Reaktion des Publikums ist mal wieder schwer zu beschreiben. Vom Applaus her hab ich stellenweise gedacht, dass 50 Menschen da sind. Waren aber eher 25. Und den lächelnden Gesichtern und dem Zuspruch nach dem Konzert zu urteilen war das wohl nicht nur Höflichkeitsapplaus. Mensch Fulda, wenn ich in Worte fassen könnte, wie gut solche Abende tun. Ich würde es in unser Tourtagebuch schreiben. DANKE! Was sind schon 800 Kilometer Autofahrt, wenn man in den nächsten Tagen morgens wach wird und ein seliges Grinsen im Gesicht hat.
Dass Jörkk für seine Verhältnisse relativ früh etwas derangiert war, wird mir klar, als er sich im Badezimmer der Gastgeberin 30 Sekunden lang mit der Dusche anspritzt, nur damit ich ein gutes Foto von ihm machen kann. Klappt natürlich überhaupt nicht. Zehn Stunden später merke ich in den Spiegel schauend, dass ich den Abend wohl auch etwas derangiert beendet habe. Zumindest strahlt mich mein Gesicht mit komplett schwarz gemalter Nase an.
In der Zwischenzeit glänzen Jörkk und ich als Wohnzimmer-DJs (also zumindest uns hat es gefallen) und besuchen eine Ü 30-Rockparty, bei der ich nach dem ersten Lachanfall (es läuft Wheatus „Teenage Dirtbag“) später doch noch auf „Sure Shot“ von den Beastie Boys abtanze. Junge, junge… Der hauseigene Schnaps zieht mir dann ganz langsam die Schuhe aus, während Jörkk beim Kickern relaxte 6:1 gegen die Residents der Disco verkackt.
Der Rest ist Farbe aus dem Gesicht waschen und Autofahren. Nächster Halt KeinKultur in Bonn.
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Alles beginnt wie immer: Um 13.15 fährt der Zug, den mein Anwalt für mich auserkoren hat in Trier ab, um mich nach Bonn zu bringen. Um 13.35 Uhr werde ich in Klamotten neben meiner Couch wach. Der beste Nachbar, den man sich für Rotwein kaufen kann, fährt mich hähmisch grinsend zum Bahnhof und ich schaffe es immerhin, den zweiten vom Anwalt anvisierten Zug zu erwischen. Regionalbahn, bimmel bimmel. Fünfzig Minuten Aufenthalt in Koblenz, grummel grummel. Ich kaufe Bier. Aus Trotz.
In Bonn angekommen, erwartet mich mein Anwalt bereits am Bahnhof. Es schneit, mir tut der Arsch vom sitzen weh und Menschen sind dumm. Mein Anwalt zieht zwei eiskalte, grüne Flaschen aus der Jacke. Kompetenz macht sexy – und ich küsse ihn lediglich aus dem Grund nicht, daß meine Lippen an seiner Backe festfrieren könnten und diese Umstand die weitere Aufnahme von alkoholischen Getränken im weiteren Verlauf des Abends extrem erschweren könnten.
Bei unserer Freundin Anna angekommen, verziehen wir uns in die Küche, um die Stimme in Form zu rauchen und ein paar neue (geklaute) Songs zu proben, die es an diesem Abend allerdings leider nicht vorgetragen werden können, da aus Moskau stammende Menschen der Grund dafür sein werden, daß unsere Stagetime sich an diesem Abend von 40 auf 20 Minuten verkürzt. Erst Pussy Riot, dann Schreng Schreng & La La. Warum können Putins Schergen sich nicht mal um die SCORPIONS oder um Herbert Grönemeyer kümmern? Ein Scheiß.
Im Bla angekommen, geht es Standesgemäß zum Pommes fatzen in die beste Burger-Bude der Stadt und anschließend sofort an die Theke, wo Fett, Phosphat und Schlimmeres mit Ouzo bekämpft werden wollen. Es sind so viele liebe Menschen am Start, daß man sich klonen und zerreißen müsste, um allen Gerecht zu werden und mit jedem ein Bier zu trinken. Business as usual. Das Konzert ist, solange es dauert, ein voller Erfolg und es macht einen riesigen Spaß, vor 20-30 lauthals mitsingenden Menschen unter den Scheinwerfern des Bla den einen oder anderen Liter Wasser zu verlieren. “Im Bla funktioniert das meines Wissens nach immer, wenn man von der Bühne aus Schnaps bestellt!” – “Vodka?” – “Danke!” – Ein ganz wunderbarer Laden mit ganz tollen Betreibern und Mitarbeitern. Wie immer eine Klasse für sich, auch wenn der gekachelte Backstagebereich ausbaufähig ist.
Beim ausfüllen der GEMA Liste (Wir haben eine GEMA Liste ausgefüllt? Anm. d. Anw.) ist dann bereits soviel kaltes Bier den Bach hinunter gegangen, daß Felix (FRAU POTZ) mir bei meinem vorletzten Song-Eintrag (Nummer sechs) das Wort “Bourgeoisie” buchstabieren muß, obwohl wir den gar nicht gespielt haben an diesem Abend. Von unseren restlichen Stücken will mir zu diesem Zeitpunkt aber bereits keines mehr Einfallen, also schreibe ich als siebtes das Wort “Taxi” auf den Bogen der edlen Beschützer der Rechte aller Künstler dieses Landes und hoffe, daß Marius Müller Westernhagen nicht bereits einen Song dieses Namens im Repertoire hat und noch reicher wird. Ich wäre untröstlich. Nach weiteren Ouzos mit Valeska, Felix, Herrn Gräbeldinger, Jennymaus und meinem Anwalt “little Sunshine” muß man mich davon abhalten, Fremde Menschen auf die Backe zu küssen, auch wenn im Bla zu dieser Uhrzeit keine Frostgefahr mehr lauert…
Besser heim gehen und dem Anwalt dabei zuschauen, wie er unter dem gellenden Lachen unserer liebreizenden Xylophonistin mitten in seiner Tiefschlafphase (ermittelt durch den Wimpernreflextest) eine halbe Pizza mit kochend heissen Cherrytomaten aspiriert – ohne sich zu verbrennen. Ein Tausendsassa. Wenn ich groß bin, werde ich auch Anwalt. Bonn, Du geile Amsel! Wir freuen uns schon auf das nächste mal.
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18.01.2013: Trier – Hong & Friends
Jan Off, Nora Noorman und Schreng Schreng & La La zusammen auf Mini-Tour. Das versprach ja bereits auf dem Papier legendär zu werden. Freitagabend um 19 Uhr treffen wir uns pünktlich im Hong & Friends. Die beiden Besitzer Hong und Jo sind an Nettigkeit kaum zu überbieten und lassen uns machen, was wir wollen. Kein Zeitplan, keine Vorgaben, kein Stress. Erweitert wird unsere Gruppe um Alex Gräbeldinger und Label- sowie Verlagschef Ök. Während wir die ersten Biere trinken füllt sich der hintere Veranstaltungsraum so schnell, dass wir um halb zehn beschließen niemanden mehr hineinzulassen. Das Jahr 2013 beginnt für uns also mit einer ausverkauften Show und mehr als hundert Zuschauern. Danke Trier, so macht das alles natürlich doppelt so viel Spaß.
Während Nora und Jan gekonnt das Publikum in ihren Bann ziehen, hab ich mit technischen Problemen zu kämpfen und demnach nur halb so viel doppelt so viel Spaß, da sich die Elektronik meiner Gitarre in den Korpus selbiger verabschiedet hat. Rien ne va plus – Ich könnt kotzen. Während ich schon überlege, wie wir dem Publikum beibringen, dass zumindest der musikalische Teil des Abends ausfällt, steht Jörkk grinsend mit einer schönen Halbakustik vor mir. Grandioserweise zauberte ein mir völlig unbekannter Besucher die Gitarre aus seinem Zylinder. Auch nicht selbstverständlich. Und ich bin wirklich immer noch sehr dankbar dafür. Schnell noch den Gitarrengurt mit Schnürsenkeln an der Klampfe festgebunden und los geht es. Ich persönlich brauche zehn Minuten, bis ich Bock bekomme. Arbeiten, 250 Kilometer Auto fahren und dann feststellen, dass die Gitarre kaputt ist – Schalterumlegen dauert eben manchmal etwas länger. Danach wird es aber immer besser und gegen Ende des Konzerts habe selbst ich das Gefühl gerade noch die Kurve bekommen zu haben. Der Rest des Abends ist schnell erzählt: Bier – vegetarischer Döner – Bier – Bier – Bett.
19.01.2013: Luxemburg Stadt – Rocas
Der Tag beginnt mit der Reparatur meiner Gitarre. Toll, dass ich die fehlenden Einzelteile im Hong & Friends wieder finde. Der Tag scheint also erst einmal gerettet. Doof, das die Gitarre Abends immer noch nicht funktioniert. Na ja, ein Anwalt ist eben kein Gitarrenbauer. Ärgerlich ist es natürlich trotzdem. Nachdem wir dann mit dem Kopfnuss Verlag und Jan Off gefrühstückt haben, versuchen Jörkk und ich neue Songs zu schreiben. Funktioniert nur bedingt. Also den Rough-Mix der neuen Love A-Platte gehört. Gute Entscheidung. Ich würde mit einem Einstieg in die deutschen Charts auf Platz 81 tippen. Mindestens.
Auf dem Weg nach Grevenmacher, wo wir uns mit dem heutigen Veranstalter Steve treffen, diskutieren wir über Pop-Punk-Bands und die Gesichtslosigkeit mancher Bands. Wir sind uns einig, so werden wir nicht. Negativer Nebeneffekt: Wir werden auch keine Villa in Kalifornien mit unserer Musik finanzieren können. Aber die Eckbadewanne bleibt als Ziel bestehen.
Nach einem unfassbar leckeren Abendessen und einer halbstündigen Busfahrt nach Luxemburg Stadt stehen wir im Rocas. Kleiner aber feiner Laden, der im ersten Stock einen Raum hat, in dem man intime Konzerte und Lesungen organisieren kann. Pünktlich zum Start der Lesung ist auch dieser Raum so gut wie voll. 40 Zuschauer sind natürlich nicht 150. Wenn es sich aber um die richtigen 40 Personen handelt, reicht es völlig aus. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und sage, dass es eins unserer drei besten Konzerte war. Nachdem wir bei unserem ersten Luxemburg Auftritt den schlechtesten Auftritt ablieferten, haben wir uns nun selbst wieder rehabilitiert. Wir spielen ALLE Songs, die wir haben. Das Publikum freut sich, wir freuen uns und das Konzert macht so viel Spass, dass ich am liebsten gar nicht mehr aufgehört hätte zu spielen. Eine kleine Hörprobe gibt es HIER. Vor lauter Glückseeligkeit verwechsel ich Strongbow mit Superbock und muss danach erstmal einen Liter Cider verschenken. Das Hirn setzt eben doch manchmal aus. Und wisst Ihr was das Beste daran ist? Genau so muss es sein. Und ich bin froh, zwei so tolle Tage erlebt zu haben. DANKE!
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Hallo zusammen,
schon wieder ist ein Jahr rum. Das ging ganz schön flott, wie ich finde. Kommendes Jahr feiern Schreng Schreng & La La dann auch schon ihren fünften Geburtstag. Endlich kommen wir in die Grundschule und dürfen in Sachkunde dieses Ding mit den Blümchen und Bienchen lernen. Also keine Seifenblasen mehr, sondern nur noch Flimm. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr darüber, dass wir trotz Bands, Arbeit und Entfernung immer noch gemeinsam Musik machen. Noch mehr aber freuen wir uns darüber, dass wir von ein paar Menschen gemocht und unterstützt werden. So dürfen wir 2013 auf dem Keinkultur-Festival in Bonn-Bad Godesberg spielen und uns erneut zum Burg Herzberg-Festival aufmachen. Geplant ist auch ein neues Album, aber das geht erst in Produktion, wenn “Berlusconi” ausverkauft oder endgültig in Pension gegangen ist. Also schnell noch ein paar Weihnachtsgeschenke in Form unserer wundervollen CD bestellt. So bekommt Ihr uns auch schneller ins Tonstudio.
Bis dahin gibt es ein neues Video zu “Oberbilk” (wie Ihr sehen könnt, wir werden immer professioneller – Es sind sogar zwei oder drei Stellen “Mundsynchron”) und einen kostenlosen Download zu einer Liveversion von “Plastik Fressen“, einem Song, den ich (Schreng Schreng) echt gerne mag.
UND dann ist da ja auch noch Weihnachten und Silvester und Neujahr und fast schon wieder Osterhasi-Zeit, daher…
Euch allen ALLES GUTE für 2013. Bleibt gesund!
Schreng Schreng & La La





